UMBAU: Renovation war bitter nötig

Nach einer dreimonatigen Sanierung öffnet heute die Migros Stadtbühlpark in Gossau wieder ihre Türen. Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, war der Umbau nicht einfach.

Angelina Donati
Drucken
Teilen
Letzte Vorbereitungen auf die heutige Eröffnung. Zwei Mitarbeiter dekorieren den Eingangsbereich mit Ballons. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Letzte Vorbereitungen auf die heutige Eröffnung. Zwei Mitarbeiter dekorieren den Eingangsbereich mit Ballons. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

«Hier ist es aber freundlich geworden.» Stadträtin Gaby Krapf ist begeistert. Sie gehört zu den wenigen Eingeladenen, die gestern die erneuerte Migros-Filiale in Gossau besichtigen durften. Nach einer elfwöchigen Bauzeit wird die Migros Stadtbühlpark nun wieder eröffnet. Die Stammkunden dürften überrascht sein, wie sich ihr Quartierladen inzwischen verändert hat und kaum mehr wiederzuerkennen ist. «Man hat das Gefühl, dass der Laden grösser geworden ist. Dem ist aber nicht so. Die Fläche mit 450 Quadratmetern ist immer noch dieselbe», sagt Martin Jenny, Leiter der Verkaufsgruppe. Zur veränderten Optik tragen vor allem eine höhere Decke, LED-Lichter und eine klare Wegführung bei. Dank der optimierten Raumaufteilung konnte ausserdem das Sortiment verbreitert werden. Investiert hat die Migros 2,5 Millionen Franken.

Im Normalfall werden Filialen der Migros alle 12 bis 15 Jahre renoviert, wie Silke Seichter, Leiterin Baukommunikation der Migros Ostschweiz, sagt. Beim Stadtbühlpark dauerte es ganze 27 Jahre. Dieser Schritt war daher mehr als nötig. Die Realisierung eines Bauprojektes sei jeweils massgeblich abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, führt Silke Seichter weiter aus. So habe man beim Stadtbühlpark, der denkmalgeschützt ist, zahlreiche Hürden nehmen müssen. «Die Denkmalpflege hat stark mitentschieden», sagt auch Bauprojektleiter Ashwin Teesink. Speziell bei dieser Filiale darf die Migros an der Aussenfassade keine Werbung anbringen und auch die Innengestaltung, etwa die Farben und Materialien, mussten dem Stil des Gebäudes angepasst werden. Ebenfalls eingeschränkt waren die Gestaltung der Vordächer und die Wahl des Fensterglases.

Von Anfang an ein «volles Haus»

Wie es eben so oft bei Sanierungen vorkommt, kam auch bei diesen Arbeiten die eine oder andere Überraschung zum Vorschein. So etwa beim Boden: Weil die alte Substanz verfault war, konnte kein neuer Belag darüber verlegt werden, wie der Bauprojektleiter erklärt. Erst musste das gesamte Material abgetragen werden. Damit verzögerte sich die Eröffnung der Migros-Filiale um drei Wochen und fällt somit nun in die Sommerferien. Befürchtungen, deswegen weniger Kundschaft zu haben, hat Filialleiter Michael Höhener nicht. Im Gegenteil: «Die Erfahrung zeigt, dass viele Gossauer erst in der dritten oder vierten Ferienwoche abwesend sind.» Er rechnet im Stadtbühlpark demnach von Anfang an mit einem «vollen Haus». Erfreut erwähnt Höhener zudem, dass ein Grossteil der Kunden während des Umbaus in der grossen Filiale im Gossauer Stadtzentrum einkaufte.

Als Dank für die gute Zusammenarbeit beim Bauprojekt mit der Stadt Gossau wurde dieser im Namen von Migros Kulturprozent ein Check von 5000 Franken überreicht. Der Stadtrat wiederum spendet den finanziellen Zustopf dem Verein Entlastungsdienst Wil-Gossau-Untertoggenburg, der Angehörigen von Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung unter die Arme greift.