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UMBAU: 5000 Tonnen Schotter

Die Erneuerung des Bahnhofs Muolen schreitet planmässig voran. Bevor der neue Perron benutzt werden kann, sind allerdings noch ein paar Nachtschichten nötig.
Sebastian Schneider
Während Fahrgäste in Muolen den provisorischen Perron benützen, bemühen sich Arbeiter um die rasche Fertigstellung des neuen. (Bild: Jil Lohse)

Während Fahrgäste in Muolen den provisorischen Perron benützen, bemühen sich Arbeiter um die rasche Fertigstellung des neuen. (Bild: Jil Lohse)

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Bagger, Walzen, Kipplaster. Auf der Baustelle am Bahnhof Muolen braucht es nicht nur Hammer, Bohrer und Trennscheibe; auch grosse, schwere Hilfsmittel kommen zum Einsatz. Kein Wunder, wird doch bei den Renovationsarbeiten, die Mitte Juni starteten und Ende Oktober abgeschlossen sein sollten, ziemlich viel ­Material verbaut. Zum Beispiel braucht es einiges an Schotter: Für die beiden Gleise, die auf einer Länge von rund 400 Metern erneuert werden, müssen nicht weniger als 5000 Tonnen Schotter angeliefert werden. «Wir sind im Zeitplan», sagt Armin Zöggeler, Projektleiter der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB). Muolen ist der dritte Bahnhof, für dessen Umbau er verantwortlich ist. «Genauer ­gesagt, muss ich dafür schauen, dass die Termine eingehalten werden, dass die Qualität stimmt und dass die Kosten im Rahmen bleiben.» Im Rahmen heisst für diese Baustelle acht Millionen Franken. Der Betrag wird vom Bund übernommen; das ist so in der Leistungsvereinbarung zwischen der SOB und dem Bund geregelt. Die SOB ist seit einigen Jahren daran, alle ihre Bahnhöfe und Strecken zu sanieren. Die Erneuerung der Infrastruktur soll planmässig im Jahr 2021 abgeschlossen sein.

Jeder Millimeter zählt

Um in Muolen den Zeitplan einzuhalten, arbeiten auch an kalten Regentagen wie in der vergangenen Woche rund ein Dutzend Bauarbeiter. Momentan verlegen sie Winkelelemente aus Beton. Die obere Fläche bildet am Schluss die Kante des neuen Perrons. «Die Arbeiter müssen sehr genau sein», sagt Zöggeler auf einem Baustellenrundgang. «Die Lage darf kaum variieren, sie muss innerhalb der Bautoleranz von 20 Millimetern liegen.»

Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich auf den Perron und aufs Gleis 1, beides muss im ­September fertig erstellt sein. Als Grundlage für den Gleisrost braucht es nicht nur den sichtbaren Schotter, sondern darunter auch eine Schicht aus einem Kies-Sand-Gemisch. Unter dieser Schicht wiederum befindet sich ein Geotextil. «Damit ist die Fahrbahn praktisch dicht», sagt Zöggeler. Dank dieser Bauweise gelange das meiste Wasser in den Entwässerungskanal, wodurch der Boden noch stabiler wird und laut Zöggeler eine lange Lebensdauer der Fahrbahn ermöglicht. Ein Teil des Gleises 1 ist bereits fertig. Nur sieht man es kaum, da es von einem provisorischem Perron verdeckt ist. Die Haltestelle des Zuges ist noch versetzt. Die Passagiere steigen jetzt vor der Landi ein und aus.

Ein Stück Gleis muss zwischenzeitlich weg

Bei Umbauarbeiten an den Bahnhöfen ist auch die Nachtarbeit immer ein Thema. Die SOB hat natürlich schon einige Erfahrung im Umgang mit direkten Anwohnern und ist jeweils bemüht, diese so gut wie möglich zu informieren. In Muolen gab es dafür Anfang Juni eine Infoveranstaltung. Die ersten Nachtschichten sind bereits Geschichte. Im Juli musste der Entwässerungskanal zwischen den Gleisen erneuert werden. Diese Arbeiten konnten nur in der Nacht, ausserhalb der Betriebszeiten zwischen 0.30 und 5 Uhr, erledigt werden.

Vorbei ist es mit unruhigen Nächten aber noch nicht ganz. Wie geplant, werden an den ersten drei Wochenenden des Septembers rund um die Uhr Arbeiten durchgeführt. Dafür werden etwa 20 Arbeiter während 56 Stunden im durchgehenden Schichtbetrieb im Einsatz stehen. Erneuert werden zuerst drei Strassenunterführungen. Für diese Arbeiten müssen laut Zöggeler zwölf Meter grosse Gleisstücke entfernt werden. «Der Fahrbetrieb muss darum vorübergehend eingestellt werden.» Wie die SOB bereits in einer Mitteilung schrieb, werden für den Streckenunterbruch an den drei Wochenenden zwischen Häggenschwil-Winden und Romanshorn Ersatzbusse eingesetzt («Tagblatt» vom 9. Juni). Weitere Nachtarbeiten sind das Verlegen der Weichen sowie das Ersetzen der Fahrleitungen. Die Arbeiten sollten Mitte September so weit fortgeschritten sein, dass die Passagiere am fertigen Perron ein- und aussteigen können. Die Arbeiten am Gleis 2, auf dem später die Schnell- und Güterzüge vorbeirauschen, sollten im Oktober abgeschlossen sein. Dann ist der Bahnhof nicht einfach nur neu, er ist auch behindertengerecht.

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