Überschuss wird aufgeteilt

GOSSAU. Die Rechnung 2011 der Stadt Gossau schliesst mit einem Gewinn. Dieser soll einerseits für zusätzliche Abschreibungen verwendet und anderseits dem Eigenkapital zugeschlagen werden.

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GOSSAU. Mit einem Ertragsüberschuss von 2,4 Millionen Franken hat Gossau seine städtische Haushaltsrechnung 2011 abschliessen können. Und einmal mehr ist aus einem Minus ein Plus geworden: Budgetiert war nämlich ein Defizit von 2,2 Millionen Franken. Das positive Ergebnis ist bereits kommuniziert worden (Ausgabe vom 24. Januar). Damals war allerdings noch nicht entschieden, wie der Gewinn eingesetzt werden soll. Inzwischen liegen Bericht und Antrag des Stadtrats zur Verwendung des Überschusses vor. Das Parlament wird an seiner nächsten Sitzung vom 1. Mai darüber befinden.

Grosser Teil für Abschreibungen

Der Stadtrat möchte einen Teil des Ertragsüberschusses dem Eigenkapital zuschlagen (850 000 Franken). Der andere Teil, 1,56 Millionen Franken, soll für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen verwendet werden, so wie es bereits in den vergangenen Jahren der Fall war. Dazu gehörten unter anderem die Sanierung der Küche im Altersheim Espel (528 000 Franken) und der Beitrag an die Renovation des Bühnensaals im Andwiler Ebnet-Schulhaus (275 000 Franken) sowie Investitionen in die Informatik des Stadthaushalts (174 000 Franken).

Bildungsbereich nicht geeignet

In seinem Bericht schreibt der Stadtrat, dass es nahe liege – wenn man sich an der Realisierbarkeit eines Vermögenswertes orientiere –, die in früheren Jahren getätigten Investitionen abzuschreiben. Den Bildungsbereich hingegen hält er für Zusatzabschreibungen nicht geeignet. Solche würden aufgrund von Vereinbarungen mit externen Schulen dazu führen, dass sie bei der Berechnung der Schulgelder nicht berücksichtigt bleiben, so die Begründung im stadträtlichen Bericht. Beim Vorschlag, mit einem Teil des Gewinns das Eigenkapital zu stärken, hält der Stadtrat fest: «Hohes Eigenkapital bei öffentlich-rechtlichen Institutionen bedeutet in der derzeitigen weltweiten finanzpolitischen Situation auch eine gewisse Sicherheit.»

Rückstellung für LED-Leuchten

Nebst dem städtischen Finanzhaushalt haben auch die Stadtwerke und das Altersheim Espel die Jahresrechnung mit einem Plus abschliessen können. Bei den Stadtwerken ist es ein Ertragsüberschuss von knapp 4 Millionen Franken. Im Budget war ein solcher von 3,6 Millionen Franken vorgesehen. Auch dieser Gewinn ist nach Meinung des Stadtrats aufzuteilen. Der grösste Teil, rund 3 Millionen Franken, soll an den Stadthaushalt 2011 abgeliefert werden, und 750 000 Franken sind als Sondereinlage in den Energiefonds gedacht. Rund 200 000 Franken möchte der Stadtrat zurückstellen: für das LED-Projekt. In naher Zukunft soll die gesamte öffentliche Beleuchtung auf Gossaus Strassen auf die stromsparende LED-Variante umgestellt werden.

Die rund 380 000 Franken, die als Überschuss aus der Jahresrechnung des Altersheims Espel resultieren, sind nach Ansicht des Stadtrats in die Betriebsreserve einzulegen. (sk/lom)

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