Übers Wasser gleiten

HORN. Die Sportart stammt aus Hawaii, jetzt breitet sie sich auch auf dem Bodensee aus: Das sogenannte Stand-up-Paddling. Rolf Städler aus Arbon bietet regelmässig Kurse an.

Ralf Rüthemann
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Stehend paddeln: Rolf Städler (rechts) bringt den Kursteilnehmern die Sportart aus dem Pazifik bei. (Bild: Ralf Rüthemann)

Stehend paddeln: Rolf Städler (rechts) bringt den Kursteilnehmern die Sportart aus dem Pazifik bei. (Bild: Ralf Rüthemann)

Ein Gefühl des Fliegens auf dem Wasser. Dieses Gefühl will Rolf Städler mit seiner Firma Swiss Outrigger Company am Bodensee vermitteln. Er bringt Interessierten die ersten Schritte des Stand-up-Paddlings bei. «Die Sportart ist schnell lernbar. So können auch die Anfänger nach kurzer Zeit über den See gleiten.»

Es sieht einfacher aus, als es ist

Erst behutsam, dann etwas mutiger stehen die Kursteilnehmer auf dem Brett im Westhafen Horn. «Die Bretter haben einen speziellen Namen. Nicht etwa Surfbrett, sondern Sup-Board», erklärt Städler. Er zeigt seinen Schülern die richtige Haltung und die Technik, damit sie sich korrekt auf dem Wasser fortbewegen können. Dann paddeln die Männer und Frauen Richtung Langenargen. Doch bis dorthin gelangen sie nicht annähernd, denn der eine oder andere verliert nach einigen Metern das Gleichgewicht und fällt ins Wasser. «Es sieht eben einfacher aus, als es ist», sagt Städler und lacht. Die Gruppe bleibt deshalb in der Nähe des Hafens und repetiert die Grundlagen.

Viele Anfragen – wenig Zeit

Rolf Städler und seine Mitarbeiter, die er Guides nennt, bieten wöchentlich drei Abendkurse für Einzelpersonen an. Die Gruppen werden für Halbtages- oder Tageskurse eingeplant. Städler freut sich: «Wir können die vielen Anfragen beinahe nicht mehr bewältigen.»

Für Städler ist es ziemlich schwierig, denn als Geschäftsführer der Awitgroup AG kann er nicht die ganze Zeit auf dem See verbringen. «Meine Guides sind vorwiegend Studenten. Normalerweise führen sie solche Kurse für ganze Gruppen durch.» Die Swiss Outrigger Company und das Paddeln auf dem Sup-Board bleiben für Städler nur ein Hobby. «Mein Ziel ist es einfach, den Bekanntheitsgrad und die Beliebtheit dieser Sportart am Bodensee zu steigern.»

Mehr Frauen als Männer

Schon seit vielen Jahren ist Rolf Städler fasziniert vom Outrigger-Sport. Vor 25 Jahren gehörte er dem Nationalkader der Rennkajak-Geissen an. Heute konzentriert er sich auf den Spass und bietet Interessierten die Möglichkeit, den Stehpaddel-Sport auszuüben. «Es sind vorwiegend Frauen, die unsere Kurse besuchen.» Er erklärt sich dies damit, dass mehr Frauen als Männer die Einsamkeit in der Natur suchen und eine Sportart ausüben wollen, bei der es nicht um Leistung geht. «Wir haben auch viele ältere Personen. Denn das Stand-up-Paddling ist eine gute Möglichkeit, das Gleichgewicht zu trainieren.»

Laut Städler wächst das Interesse am Stand-up-Paddling schnell. Eine Sportart, so sagt Städler, die keine grossen Gefahren mit sich bringt. Trotzdem müssen die Kursteilnehmer normalerweise eine Schwimmweste tragen. «Mir ist es schon wohler, wenn alle eine Weste tragen. Denn ich weiss ja nicht, wie gut die Leute schwimmen können.» Bis jetzt sei aber zum Glück noch nie etwas Schlimmes passiert. «Und das soll auch so bleiben.»

Rolf Städler, Geschäftsführer. (Bild: rar)

Rolf Städler, Geschäftsführer. (Bild: rar)

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