Überraschungssieg in Tübach

Auf der Fussballwiese in Tübach ist am Samstag das traditionelle Abendschwinget veranstaltet worden. Für einmal war es ein Aussenseiter, der obenaus schwang. Der Appenzeller Martin Hersche sicherte sich im Schlussgang den Sieg.

Ives Bruggmann/Marcel Gächter
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Der Appenzeller Martin Hersche durfte sich nach dem Sieg am Schwingfest in Tübach von seinen Clubkollegen schultern lassen. (Bild: Michel Canonica)

Der Appenzeller Martin Hersche durfte sich nach dem Sieg am Schwingfest in Tübach von seinen Clubkollegen schultern lassen. (Bild: Michel Canonica)

SCHWINGEN. Kurz nach 22 Uhr stand der Sieger in Tübach fest. Und es war zur Überraschung aller keiner der drei angetretenen Eidgenossen, sondern der Appenzeller Martin Hersche. Er gewann sein erstes Schwingfest. Nach 2:20 Minuten setzte er sich im Schlussgang gegen Marcel Kuster mit Abfangen eines Fussstichs durch.

Bereits vor dem sechsten Gang waren die Favoriten aus dem Rennen um den Tagessieg gefallen. Der Toggenburger Unspunnensieger Daniel Bösch sowie der Appenzeller Eidgenosse Michael Bless verloren jeweils ihren fünften Gang. Bereits im ersten Gang zu Beginn des Abends hatten sie im direkten Aufeinandertreffen gestellt. Und auch Raphael Zwyssig musste seinen fünften Gang gegen Roman Vestner stellen, zuvor hatte er bereits gegen Bösch verloren. Somit war der Weg in den Schlussgang für die beiden Appenzeller Teilverbandskranzer Hersche und Kuster geebnet.

Animiert und angriffig

Doch nicht nur der Schlussgang war attraktiv anzusehen. Den 1200 anwesenden Zuschauern wurde über mehrere Stunden hohe Schwingerkunst geboten. Auf den vier Sägemehlplätzen auf der «Tschuttiwiese» beim Mehrzweckgebäude ging es in den verschiedenen Gängen zur Sache. Immerhin findet in diesem Jahr das Eidgenössische Schwingerfest in Estavayer statt. Und das Abendschwinget war für die Schwinger eine gute Bühne, sich zu messen und möglichst oft zu gewinnen.

Auch die Schwinger des organisierenden Schwingerverbandes der Stadt St. Gallen und Umgebung haben dies zu spüren bekommen. Mehrere Male wurden sie von den Gästen der benachbarten Kantone Thurgau und Appenzell herausgefordert. Vor allem die Appenzeller waren mit einem starken Team angetreten. Trotz der verpassten Schlussgangteilnahme der beiden Appenzeller Eidgenossen Zwyssig und Bless schafften mit Hersche und Kuster zwei Kantonskameraden den Einzug in den entscheidenden Kampf um den Festsieg. Die St. Galler hielten allerdings dagegen. Roman Vestner klassierte sich auf dem dritten Rang, der Lokalmatador Christian Scherer aus Mörschwil erreichte den sechsten Rang.

Vestner überzeugte

Der Präsident des Schwingerverbands St. Gallen und Umgebung, Marcel Gächter, war zufrieden mit den Leistungen. «Vor allem der dritte Rang von Roman Vestner ist ein schönes Ergebnis», sagte er. Mit dem sechsten Rang Christian Scherers habe man schon eher rechnen können. Ein kleiner Wermutstropfen war die Absage des Thurgauers Samuel Giger, der in seiner Verfassung sehr wahrscheinlich um den Tagessieg gekämpft hätte. «Er hat schlicht zu viele Feste geplant», sagt Gächter. «Deshalb mussten wir leider seine Absage hinnehmen.» Auch Eidgenosse Gerry Süess konnte nicht teilnehmen. Er ist verletzt.

Neben den guten Plazierungen der St. Galler Schwinger und den spannenden Kämpfen ist den Festbesuchern jedoch noch mehr geboten worden. Abseits des Sägemehls wurde durch ein Rahmenprogramm für Unterhaltung gesorgt: Festwirtschaft, Auftritte von Jodelchörli, Fahnenschwinger und Alphornbläser sowie die Abendunterhaltung mit Barbetrieb sorgten für eine gute Stimmung. Gächter, gleichzeitig OK-Präsident des Schwingfests in Tübach, war auch vom Rundherum angetan. «Wir hatten Glück mit dem Wetter», sagt er. Die 1200 Zuschauer hätten dafür gesorgt, dass der Betrieb auf Hochtouren lief.