ÜBERNAHME: Klinik Stephanshorn: Übernahme vollzogen

ST.GALLEN. Die Privatklinik Hirslanden hat die vollständige Übernahme der Klinik Stephanshorn vollzogen. Die operative Führung hat Hirslanden am Montag übernommen. Ziel ist die Aufnahme in die kantonale Spitalliste.

René Rödiger
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Die Klinik Stephanshorn wird von der Hirslanden Gruppe übernommen. (Bild: Coralie Wenger)

Die Klinik Stephanshorn wird von der Hirslanden Gruppe übernommen. (Bild: Coralie Wenger)

«Die Privatklinikgruppe Hirslanden will ihre Präsenz in der Gesundheitsregion Ostschweiz mit der ausgezeichnet positionierten Klinik Stephanshorn stärken», sagt Ole Wiesinger, CEO der Hirslanden Gruppe. Mit der vollständigen Übernahme könne die «Bestandsicherung gewährleistet werden».

Bereits Ende Juli hat die Klinik Hirslanden die Aktienmehrheit von der Blumenau-Léonie-Hartmann-Stiftung gekauft. Stadt und Kanton St.Gallen und der Ärzteverein Klinik Stephanshorn blieben vorerst Minderheitsaktionäre. Bereits damals hat Hirslanden Gespräche mit den Minderheitsaktionären angekündigt. «Hirslanden hält traditionell hundert Prozent des Aktienkapitals ihrer Kliniken», sagte Wiesinger im Juli gegenüber dem «Tagblatt».

Keinen Druck ausgeübt
Hirslanden habe bereits nach der Übernahme der Aktienmehrheit Investitionen geplant, sagt André Steiner, COO Region Ost von Hirslanden. In den Gesprächen mit Stadt und Kanton St.Gallen habe man offen über diese Investitionen informiert. Und: «Entweder die Minderheitsaktionäre investieren mit oder der Wert ihrer Aktien schwindet.»

Trotz dieser klaren Aussage will Steiner nichts von Druckversuchen gegenüber den Minderheitsaktionären wissen. Steiner: «Natürlich sind wir froh, dass wir 100 Prozent der Aktien halten. Dadurch wird es für uns auch einfacher zu investieren. Aber für die Minderheitsaktionäre war nach den Gesprächen klar, dass sie mit dem Verkauf am meisten profitieren.»

Investitionen geplant
Konkrete Investitionsprojekte will Steiner noch nicht nennen: «Erst müssen wir die Abläufe beobachten und die bestehenden Strukturen analysieren.» Zwei bis drei Jahre solle mit Investitionen zugewartet werden. Klarere Aussagen macht da der CEO Ole Wiesinger: «Nebst der Gebäuderenovation werden wir in die Intensivstation und die Notfallversorgung investieren.»

Zusammenarbeit bleibt
Die vollständige Übernahme der Klinik Stephanshorn durch Hirslanden wird auch vom Kantonsspital St.Gallen beachtet. Die beiden Häuser verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit. «Diese Beziehungen laufen im bestehenden Rahmen weiter», sagt Steiner. Hirslanden sei an allen Standorten um Kontakt mit den öffentlichen Spitälern bemüht.

«Wir werden sicher gemeinsam Projekte durchführen», sagt auch Wiesinger. Trotzdem sei man natürlich auch im selben Markt tätig und deshalb im Wettbewerb. Noch Ende Juli sah auch das Kantonsspital der Übernahme gelassen entgegen. «Wir beobachten die Entwicklung. Sollte Hirslanden jedoch die Klinik Stephanshorn zu 100 Prozent übernehmen, dann werden sich bei uns wohl einige Akzente verschieben», sagte damals Daniel Germann, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung des Kantonsspitals St.Gallen. An dieser Haltung habe sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Weitere Aussagen will das Kantonsspital dazu nicht machen - Germann weilt in den Ferien.

Aufnahme in Spitalliste
«Wir setzen uns mit allen Mitteln für den erfolgreichen und langfristigen Fortbestand der Klinik Stephanshorn ein. Dazu gehört auch die Aufnahme in die künftige kantonale Spitalliste in jenen Fachgebieten, welche die Klinik bereits heute anbietet», sagt Ole Wiesinger.

Ob weitere Fachgebiete dazu kommen werden, lässt Hirslanden derzeit noch offen. «Derzeit haben wir nichts zusätzliches geplant», sagt Steiner. Spekuliert wird über die mögliche Aufnahme der Herzchirurgie in der Klinik Stephanshorn. Steiner: «In der Herzchirurgie werden wir sicher nicht von selbst aktiv. Aber sollte eine entsprechende Anfrage kommen, könnten wir uns das natürlich überlegen.»

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