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ÜBERLEBENSKAMPF: Rondelle bleibt Streitobjekt

Seit die Rondelle auf dem Marktplatz steht, wird über ihre Daseinsberechtigung diskutiert. Sie sollte einmal ausgebaut werden, stand aber auch schon vor dem Abbruch. Und sie kommt weiter nicht zur Ruhe.
Christoph Renn
Was passiert mit der Rondelle? Klar ist: Rechtlich geschützt ist sie nicht. (Bild: Benjamin Manser)

Was passiert mit der Rondelle? Klar ist: Rechtlich geschützt ist sie nicht. (Bild: Benjamin Manser)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Die Diskussion um die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt ist mit dem ersten Forum im Januar zum dritten Mal seit den negativen Volksentscheiden von 2011 und 2015 neu lanciert worden. Wie schon vor 60 Jahren gehen die Meinungen über die Rondelle dabei weit auseinander.

Das rundliche Häuschen eckt seit seiner Errichtung 1951 an. Sein Architekt war der spätere Stadtbaumeister Paul Biegger. Für die einen gehört die Rondelle zum Marktplatz, wie das Bürli zur Bratwurst. Für andere steht sie bloss im Weg herum. Für einige ist sie zu modern, für andere zu altmodisch. Ihr umstrittenes Dasein hat sich schon früh abgezeichnet, über ihr Aussehen war man sich von Beginn an uneinig. Anstelle der Rondelle hätte sich etwa das Gewerbe um 1950, als es ums Projekt für den heutigen Marktplatz ging, Parkplätze gewünscht. Auslöser für die Neugestaltung war damals der Bau des Geschäftshauses Union, das 1954 vollendet wurde.

Ein zweistöckiger Kaffeetempel

Doch die Rondelle hatte seither nicht nur Kritiker, sie sollte auch schon deutlich aufgewertet werden. Eine Idee, die um die Jahrtausendwende ausgiebig diskutiert wurde, sah vor, aus ihr einen zweistöckigen Kaffeetempel zu machen. Das wurde schliesslich verworfen.

Im Rahmen der ersten Vor­lage für eine Marktplatz-Neu­gestaltung folgte der Schock fürs runde Häuschen. Es sollte einer Markthalle weichen. Doch schickte das St. Galler Stimmvolk das Vorhaben 2011 bachab. In der zweiten Vorlage sollte die Rondelle saniert werden, jedoch nur auf unbestimmte Zeit stehen bleiben, um dann allenfalls einer Markthalle zu weichen.

Wie die Zukunft der Rondelle aussieht, ist derzeit offen. Soll sie abgebrochen werden? Soll sie saniert werden? Einzig die Idee, sie durch eine Markthalle zu ersetzen, scheint vom Tisch. Wie es weitergehen könnte, klärt vielleicht das zweite Marktplatz-Forum am 27. April. In die Diskussion werden auch die Resultate zur Rondelle aus dem ersten Forum einfliessen.

Die Rondelle ist kein Schutzobjekt

Fakt ist, dass das Schicksal der Rondelle letztlich in den Händen des St. Galler Stimmvolkes liegen wird. Das Gebäude ist nämlich nicht geschützt, wie Matthias Fischer von der städtischen Denkmalpflege sagt. Um Schutz gemäss Bauordnung zu geniessen, sei sie zu jung: «In der Altstadt werden nur Objekte automatisch unter Denkmalschutz gestellt, die vor 1920 gebaut wurden.» Jüngere Objekte müssen ausdrücklich unter Schutz gestellt werden. Fischer: «Die Rondelle wird bei der Überarbeitung des Inventars sicherlich zur Debatte stehen.» Man müsse jetzt aber einmal abwarten, was die Diskussionen um die Marktplatz-Neugestaltung mit sich brächten.

Die Rondelle hat laut Fischer aber Schützenswertes an sich. «Sie steht beispielhaft für Kleinbauten aus den 1950er-Jahren. Ihre neuneckige Form und das Flugdach sind aussergewöhnlich.» Es gebe nur wenige vergleichbare Objekte in der Stadt. Das WC-Häuschen an der Kolosseumstrasse stammt etwa aus der gleichen Epoche.

Von Früchten über Fische zu Falafeln

So lang und wechselvoll die Geschichte der Rondelle ist, so lange ist auch die Liste der Geschäfte, die sie beherbergt hat. Mit Kiosk, Bäckerei Schwyter und der Café-Bar Rondo hat sie immer noch langjährige, treue Mieter. Zu ihnen gehört auch der «Gabriel Imbiss Grill». Seit den 1970er-Jahren gab es am Stand von Marta Codoni frische Früchte. Ihn übernahm 2012 allerdings nur für kurze Zeit Saliha Souviron, nachdem sie zuvor fünf Jahre lang den Fischstand geführt hatte. Heute gibt es anstelle ihres Gemüses und Obstes frische Smoothies. Und Hamdy Sismail bietet seit drei Jahren Falafel an.

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