«Überhaupt nicht kompliziert»

Nach drei Tagen mit den neuen Bushaltestellen am Bahnhof ist klar: Die Umstellung ist gut organisiert, und die Passagiere sind informiert – sei es aus der Zeitung, über Facebook oder durch die Helfer vor Ort.

Text: Evelyn Haydon Bilder: Elina Grünert
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Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Eigentlich wollten wir heute einen Velohelm für meinen Sohn kaufen. Den haben wir zwar nicht gefunden, dafür haben wir uns aber die Baustelle angeschaut. Für die Kinder ist sie sehr spannend, am liebsten würden sie gleich dort auf den Bus warten und die ganze Zeit zuschauen. Die Baustelle ist notwendig, wir haben ja darüber abgestimmt. Probleme hatten wir heute keine. Man wurde ja schon vorab bestens informiert, und auch hier steht, falls nötig, Auskunftspersonal zur Verfügung. Diesem ist aber im Moment wahrscheinlich eher langweilig, weil alles schon so gut organisiert ist.

Am Montag stellten die Fahrgäste sehr viele Fragen. Inzwischen hat sich dies gelegt. Nun sind es vor allem noch Auswärtige und ältere Menschen, die Auskunft benötigen. Gerade heute morgen sagte uns aber ein 90-Jähriger, dass das hier doch gar nicht schwierig sei. Die meisten Leute haben Verständnis für die Baustelle und sind froh, dass wir hier sind und informieren. Nur wenige reklamieren, das kam vielleicht zehnmal vor in diesen ersten drei Tagen. Wir Auskunftspersonen werden insgesamt zwei Wochen, also noch bis zum nächsten Sonntag, hier sein.

Ich besuche St. Gallen fast täglich. Eigentlich komme ich mit dem neuen System gut zurecht. Irritiert war ich nur am Anfang, und zwar von der Haltestelle der Trogenerbahn. Diese hält beim Spisertor, dann muss man in den Bus umsteigen. Aus der Zeitung war ich aber gut informiert.

Die Umstellung als Ganzes ist umständlich. Ich muss jetzt überall mehr Zeit einrechnen und morgens früher aus dem Haus. Eigentlich hole ich mir jeweils gerne einen Kaffee am Bahnhof, aber hierfür muss ich jetzt sehr pressieren. Die Informationen sind zwar sehr gut, und auch für mich als Rollstuhlfahrer sind die Haltestellen einigermassen gut umgesetzt. Dennoch herrscht auch am dritten Tag noch ein Riesenchaos. Ich finde das Stop-and-go-System der Busse aber sehr gut, das könnte man gut beibehalten. Man muss so zwar etwas aufmerksamer sein, aber dafür geht es auch schneller.

Ich finde die provisorische Bushaltestelle besser, sie könnte von mir aus gleich hier bleiben. Wenn sie direkt beim Bahnhof ist, versammeln sich immer so viele Leute, es gibt ein Riesengedränge. Es setzen sich dort auch Passanten hin, die eigentlich gar nicht auf einen Bus warten. Hier ist das kein Problem, denn es gibt weniger Sitzgelegenheiten. Ich hatte kein Problem mit der Umstellung, man wurde ja bereits im Vorfeld bestens informiert, zum Beispiel über Facebook.

Wir haben eine Ferienwohnung in Hundwil. Ich fahre etwa alle zwei Wochen dorthin. Dann steige ich jeweils in St. Gallen um. Die verschobene Haltestelle sehe ich heute zum erstenmal. Von Winterthur bin ich mir Baustellen auch gewohnt, sie gehören einfach zum Leben. Die Umstellung hier ist jedoch gut organisiert. Ich finde die Sache überhaupt nicht kompliziert. Ich habe mir die Informationstafel angeschaut, zur Sicherheit aber doch noch einmal nachgefragt. Das Hilfspersonal ist sehr freundlich. So weiss ich auch schon, wo mein Bus halten wird, wenn ich wieder auf der Rückfahrt bin.

Ich komme fast jeden Tag mit dem Postauto ins Stadtzentrum, wenn auch nur für jeweils kurze Zeit. Die provisorischen Haltestellen sind wohl unvermeidlich, aber ich finde das System gut. Beim Suchen meines Busses hatte ich keine Probleme. Die Chauffeure sind durchs Band höflich und hilfreich. Besser war vorher, dass man sich auf die Abfahrtszeiten verlassen konnte, auf die Minute.

Wenn die Bushaltestellen direkt beim Bahnhof sind, ist das natürlich schon besser. Die Zeit zum Umsteigen reicht aber gut, auch wenn man nun eine kurze Strecke zu Fuss gehen muss. Am Anfang musste ich einmal nachfragen, wo mein Bus fährt. Dies wurde mir sehr gut erklärt. Die Information war wirklich super! Inzwischen finde ich mich schon wieder automatisch zurecht. Eigentlich spielt es für mich aber keine grosse Rolle, ob der Bus hier beim Neumarkt hält oder näher beim Bahnhof.

Ich fahre zwar nicht jeden Tag Bus, aber doch mehrmals pro Woche. Vorher war es etwas unkomplizierter, aber ich komme einigermassen zurecht. Das Auskunftspersonal musste ich nicht in Anspruch nehmen. Ich habe die richtige Haltestelle ganz einfach gefunden, indem ich dem Fussgängerstrom gefolgt bin. Meine Frau fährt häufiger Bus als ich, weil sie täglich damit zur Arbeit fährt. Sie hat mir bereits am Montag von den Bauarbeiten erzählt. Aber auch sie hatte keine Probleme mit dieser Umstellung.

Es herrscht wirklich ein Chaos am Bahnhof St. Gallen. Bei meinem letzten Besuch hier hatten die Bauarbeiten noch nicht begonnen. Da war die Situation viel besser. Zum Glück kennt sich meine Freundin aus. Am Montag musste aber sogar sie nachfragen, um die richtige Haltestelle für ihren Bus zu finden. Ich habe kein Verständnis für den Umbau. Ich finde ihn unnötig, weil vorher eigentlich schon alles gut war. Der Bahnhof Luzern gefällt mir aber besser.

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

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Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

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Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

Bild: Kastriot Cubi, 22 Bodenleger, Luzern

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