Überfall mit Luftpistole

Maskiert und mit einer Soft-Air-Pistole bewaffnet überfielen drei Männer im Mai 2013 eine Bijouterie. Das Gericht hat nun einen 22jährigen Kosovaren dafür zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.

Claudia Schmid
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Der Mann, der fliessend Schweizerdeutsch spricht, reiste im Frühjahr 2013 in die Schweiz ein, obwohl eine Einreisesperre bestand. Bis zu seiner Festnahme im Juni hielt er sich ohne Bewilligung in der Ostschweiz auf und arbeitete illegal auf einem Bauernhof im Thurgau und als Eisenleger auf verschiedenen Baustellen.

Schmuck erbeutet

Im Mai 2013 kam er auf die Idee, mit zwei weiteren Personen eine Bijouterie an der Rorschacher Strasse in St. Gallen zu überfallen. Das Trio stülpte sich Gummimasken übers Gesicht und bedrohte die Geschäftsführerin mit einer echt aussehenden Soft-Air-Pistole. Aus Vitrinen, die sie einschlugen, stahlen die drei Räuber Schmuck im Wert von mehreren 10 000 Franken. Vor dem Raub konsumierte der Beschuldigte Kokain.

Der junge Mann ist kein unbeschriebenes Blatt. Im Oktober 2012 verurteilte ihn das Obergericht Aargau zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 10 Franken mit einer Probezeit von drei Jahren. Zudem wurde er mit Entscheid des Amts für Justizvollzug des Kantons Aargau im November 2013 vorzeitig aus dem Strafvollzug entlassen. Da er innerhalb der Probezeit wieder Straftaten beging, muss er nun sowohl die Geldstrafe bezahlen als auch die Reststrafe von einem Jahr absitzen.

Eindeutige Spuren

Für den Raub in der Bijouterie, die rechtswidrige Einreise, den rechtswidrigen Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung, Vergehen gegen das Waffengesetz und die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes erhob die Staatsanwaltschaft Anklage im abgekürzten Verfahren. Sie beantragte beim Kreisgericht St. Gallen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und eine Busse von 300 Franken. Straferhöhend seien die Vorstrafen zu werten, betonte die Anklage. Strafmildernd könne man das Geständnis berücksichtigen, obwohl die Spurenlage so eindeutig gewesen sei, dass ein Leugnen keinen Sinn gehabt hätte. Zudem habe der junge Mann die Namen der Mittäter nicht nennen wollen.

Er habe eingesehen, dass er grosse Fehler gemacht habe, erklärte der 22-Jährige vor dem Kreisgericht. Es sei für ihn an der Zeit, erwachsen zu werden. Der junge Mann befindet sich bereits im vorzeitigen Strafvollzug und wird aller Voraussicht nach erneut in seine Heimat abgeschoben, sobald er die Freiheitsstrafe verbüsst hat. Eine Zivilforderung über 70 000 Franken anerkannte er. Mit diesem Betrag bezifferte die Versicherung den Schaden in der Bijouterie. Die Verfahrenskosten von weit über 30 000 Franken gehen ebenfalls zu Lasten des Beschuldigten.

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