Überbauung macht keine Freude

Das Restaurant Sonne in Rotmonten ist weg. Die Bauarbeiten für die vier Wohnhäuser, die dort entstehen sollen, sind in vollem Gang. Das Projekt bewegt die Rotmöntler. Zu reden gibt aber auch die Bushaltestelle gleich davor.

Michel Burtscher
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Das Restaurant Sonne in Rotmonten wurde abgerissen. Jetzt entstehen dort vier Wohnhäuser. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Restaurant Sonne in Rotmonten wurde abgerissen. Jetzt entstehen dort vier Wohnhäuser. (Bild: Hanspeter Schiess)

Dort, wo in Rotmonten einmal das Restaurant Sonne stand, ist jetzt eine grosse Baustelle. Baugerüste ragen in die Höhe, ein Kran lädt Baumaterial hin und her, Bauarbeiter wuseln im Rohbau herum. Es entstehen vier Wohnhäuser mit insgesamt 20 grosszügigen Wohnungen. Vorgesehen sind 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 640 000 und zwei Millionen Franken kosten.

Bis Ende Jahr werde der Rohbau der vier Gebäude zum grössten Teil fertiggestellt sein, sagt Ivan Lechthaler von der H.J. Schmid & Partner Architekten AG. Die Bauarbeiten seien bisher planmässig verlaufen, sagt er. Gehe es so weiter, sei der Bau bis zum Herbst des kommenden Jahres fertig.

Eine vergebene Chance

Die Überbauung gab und gibt bei den Rotmöntlern zu reden. Das Projekt stiess im Quartier von Anfang an auf Widerstand. Bei der letzten Hauptversammlung des Quartiervereins war es ein grosses Thema. Lieblos und leblos sei das Bauvorhaben, es schaffe keinen Mehrwert, und die Quartierbeiz gehe verloren, hiess es damals. Der Quartierverein Rotmonten hatte auch Einsprache gegen die Überbauung erhoben.

Mittlerweile habe man sich mit dem Projekt nicht unbedingt angefreundet, aber abgefunden, sagt Bernhard Reeb, der Präsident des Quartiervereins Rotmonten. «Glücklich mit dem Projekt sind wir nach wie vor nicht.» Man habe eine Chance vergeben, das Quartier aufzuwerten, sagt er. Der Wegfall der «Sonne» sei aus Sicht des Quartiers sehr schade, sagt Reeb. Damit sei ein Treffpunkt verschwunden. Und das merke man schon, sagt er. Es gebe aber Ausweichmöglichkeiten. «Es ist jetzt halt, wie es ist.»

Anfrage zur Haltestelle

Zu reden gibt aber nicht nur die Baustelle, sondern auch die Bushaltestelle davor. Wenn die Überbauung im kommenden Jahr fertiggestellt ist, wird es dort auch ein Wartehäuschen geben. Dieses werde direkt an eines der Gebäude gebaut, sagt Ivan Lechthaler. Ganz in der Nähe, wo es vorher war. Nicht alle sind aber zufrieden damit, wie das Häuschen aussehen soll: Die beiden Stadtparlamentarierinnen Doris Königer (SP) und Karin Winter Dubs (SVP) haben dazu sogar eine Einfache Anfrage an den Stadtrat eingereicht. Die vorgesehene Bushaltestelle werde dem Ort nicht gerecht, schreiben sie. «Genügend Sitzplätze und eine ansprechende Umgebungsgestaltung sind ein Muss.» Zudem biete das geplante Häuschen den Wartenden keinen genügenden Wetterschutz. Diese Einschätzung teilt Bernhard Reeb: Der Schutz gegen Westen sei ungenügend, sagt er.

Provisorium als Möglichkeit

Momentan gibt es vor der Baustelle eine provisorische Haltestelle: mit einer Informationstafel und einem Abfallkübel. Ohne Schutz vor Wind und Wetter. «Nun ist die Idee aufgetaucht, ein Provisorium zu bauen», schreibt Bernhard Reeb in der aktuellen Ausgabe der «Rotmonten Zytig». Das bestätigt er: Es habe mit der Stadt Gespräche gegeben bezüglich eines provisorischen Wartehäuschens. Und man sei auch bereit, das Vorhaben finanziell zu unterstützen. Von privater Seite seien Beiträge von rund 3000 Franken versprochen worden, und der Quartierverein wäre bereit, 1000 Franken beizusteuern. «Wir würden aber nur eine Lösung wollen, die auch nachhaltig ist», sagt Reeb. Ein Häuschen also, das wiederverwendet werden könnte. Von der Stadt habe man diesbezüglich aber seit einigen Wochen nichts mehr gehört. Darum ist Reeb nicht mehr ganz so optimistisch. «Mir ist vor allem wichtig, dass die definitive Lösung dann gut ist», sagt er.

Lösungen sind teuer

Man habe verschiedene Möglichkeiten besprochen, sagt Christian Hasler vom Tiefbauamt der Stadt St. Gallen. «Es konnte aber keine kostengünstige Lösung gefunden werden.» Es hätte jeweils ein Fundament gebaut werden müssen, was sehr teuer sei. Die VBSG prüften darum nun, ob eine alte Wartehalle so angepasst werden könnte, dass nur ein kleines Fundament gebaut werden muss, sagt Hasler.