Über Wittenbachs Zukunft diskutieren

Alles andere als eine Einheit Ausgabe vom 2. Dezember 2015

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Wittenbach ist eine lebendige Wohngemeinde, mit Arbeitsplätzen vor Ort, Anbindung an Freizeit, Arbeit und Kultur in der nächsten Umgebung – eigentlich ein Traumort. Die Grösse einer mittleren Gemeinde hat aber auch ihre Tücken. Strukturelle Kosten wie eine grosse Gemeinde, teilweise Aufgaben, für welche die Gemeinde von der Grösse her zu klein ist, aber zu gross, um sich andernorts anzubinden wie dies Berg SG, Muolen oder Häggenschwil tun.

Nach der Verschiebung der Diskussion um eine «kleine» Einheitsgemeinde wäre es nun angebracht, das grosse Bild einmal in Ruhe zu diskutieren. Die «kleine» Einheitsgemeinde zwischen Primarschule und Politischer Gemeinde ist keine Lösung und bringt Wittenbach nicht weiter. Welche Optionen wären sonst noch prüfenswert? Für mich gäbe es sicher einmal vier Varianten: a) alles bleibt so, wie es ist, b) eine Gesamtschulgemeinde Wittenbach und Umgebung, c) eine Gross-Einheitsgemeinde Wittenbach und Umgebung oder d) ein Anschluss von Wittenbach an die Stadt St. Gallen.

Nüchtern und zukunftsorientiert betrachtet, dürfte der Alleingang in etwas fernerer Zukunft keine Option mehr sein. Zu viele Aufgaben und Kosten fallen an, teilweise auch durch die Umlagerung von Bund/Kanton auf die Gemeinden, welche durch Synergien reduziert werden müssten. Ein schulischer oder schulischer-politischer Zusammenschluss mit umliegenden Gemeinden wäre meines Erachtens wünschenswert, braucht aber viel Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten.

Die letzte Variante, ein Zusammengehen mit der Stadt, wäre ebenfalls eine echte und mutige Pionierarbeit, die es zu prüfen gilt. Mit diesen Zeilen möchte ich Parteien und Gemeindebehörden aufrufen, sich ernsthaft mit der Zukunft unserer tollen Gemeinde auseinanderzusetzen. Tatsache ist, dass in den kommenden Jahren viele Aufgaben auf uns warten, Investitionen für unsere Kinder wie auch Betagten, Infrastrukturaufgaben in Verkehr und Versorgung, oder einfache Gemeindeaufgaben wie Soziales und übrige Bürgerdienste. Die Komplexität dieser Aufgaben nimmt ständig zu und muss mit höchster Professionalität und Effizienz erfüllt werden. Dazu müssen heute die Strukturen einer modernen Gemeinde für die Zukunft geschaffen werden.

Es wäre toll, wenn in der Wittenbacher Bevölkerung die Diskussion aufgenommen würde und auch die Bürgerschaft die Gemeindebehörde bei der Erarbeitung der künftigen Strukturen unterstützt.

Rolf Jermann

Böhlstrasse 28, 9300 Wittenbach

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