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Über eine Wette in die Schweiz gekommen

Die Spiele der Türkei sieht sich Nurdan Yelen auf jeden Fall an. «Hoffentlich kommen wir so weit wie 2008.» Die Türkei hat damals den dritten Platz gemacht. Das erste Spiel ihrer Mannschaft am Sonntag hat Yelen in der AFG Arena gesehen, zusammen mit über 100 anderen Türkinnen und Türken.
Katharina Brenner
Nurdan Yelen 35, Restaurant-Inhaberin, Türkin (Bild: pd)

Nurdan Yelen 35, Restaurant-Inhaberin, Türkin (Bild: pd)

Die Spiele der Türkei sieht sich Nurdan Yelen auf jeden Fall an. «Hoffentlich kommen wir so weit wie 2008.» Die Türkei hat damals den dritten Platz gemacht. Das erste Spiel ihrer Mannschaft am Sonntag hat Yelen in der AFG Arena gesehen, zusammen mit über 100 anderen Türkinnen und Türken. «Wir sind Fussballfans, die Männer sowieso», sagt Yelen. Wobei – manchmal könne Fussball auch recht lästig sein. Die EM und WM interessieren sie, unter dem Jahr liege ihr nicht viel am Fussball.

Dafür habe sie keine Zeit. Die 35-Jährige führt das Restaurant Zum Bosporus im «Linsebühl». Die gelernte Detailhandelsfachfrau hat den Familienbetrieb vor sechs Jahren eröffnet. Manchmal hilft sie in der Küche mit. Ihr Lieblingsgericht sind hausgemachte Mant?: Teigtaschen gefüllt mit Hackfleisch, Joghurt, Butter- und Zwiebelsauce.

Auf die türkische Küche muss sie in St. Gallen also nicht verzichten. «Das Meer und das gute Wetter fehlen mir manchmal», sagt sie. Jeden Sommer fährt Yelen in die Türkei, besucht Verwandte und die Familie ihres Mannes. Sie ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter. Eine Zeit lang haben sie überlegt, in die Türkei zu ziehen. «Aber ich habe schnell gemerkt, dass meine Heimat hier ist», sagt Yelen. Aufgewachsen ist sie im Rheintal, seit acht Jahren wohnt sie in St. Gallen. Nur die ersten drei Monate ihres Lebens hat sie in der Türkei verbracht, an der Schwarzmeerküste. Dann ist Yelens Mutter mit den drei Kindern in die Schweiz gezügelt. Sie wollte wieder bei ihrem Ehemann sein.

Denn Yelens Vater lebte damals bereits eine Weile hier. «Er war ein spezieller Mann, so wild und verrückt», sagt Yelen und lacht. Ihr Vater arbeitete als Schreiner in der Türkei. «Er mochte seinen Job, verdiente gut.» Seine zwei Brüder waren Gastarbeiter in der Schweiz. Sie wollten, dass Yelens Vater herkommt, er wollte das nicht. «Sie schlossen eine Wette ab», sagt Yelen. «Meine Onkel forderten ihn heraus und sagten, dass er es in der Schweiz eh nicht lange aushalte.» Yelens Vater nahm die Wette an, kam und blieb.

Bild: Katharina Brenner

Bild: Katharina Brenner

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