Über das Sterben nachdenken

Der Tod ist das Thema des elften Kreuzwegs am Waltramsberg in Rotmonten. Bis zu 2000 Personen pilgern jährlich über den Pfad. Noch bis zum 6. April kann er besucht werden.

Katja Fässler
Drucken
Teilen
Der Kreuzweg steht wieder am Waltramsberg. Pfarreibeauftragter Peter Oberholzer hat dafür ein Bild von Rogier van der Weyden ausgewählt. (Bild: Katja Fässler)

Der Kreuzweg steht wieder am Waltramsberg. Pfarreibeauftragter Peter Oberholzer hat dafür ein Bild von Rogier van der Weyden ausgewählt. (Bild: Katja Fässler)

«Den Tod schultern», so lautet der Titel des diesjährigen Kreuzwegs am Waltramsberg. Seit Montag stehen zum elften Mal sieben aufeinanderfolgende Stationen unterhalb des Wildparks Peter und Paul. Sie zeigen je einen Ausschnitt des Bildes «Kreuzabnahme» des niederländischen Malers Rogier van der Weyden.

Den Tod akzeptieren

Laut Peter Oberholzer, Pfarreibeauftragter der katholischen Pfarrei Heiligkreuz, sollen sich die Menschen beim Beschreiten des Kreuzwegs ihres eigenen Todes bewusst werden. «Niemand setzt sich gerne damit auseinander, aber eines Tages müssen wir es.» Manche würden das Thema begrüssen, während andere es ablehnten. In vergangenen Jahren wählte der Pfarreibeauftragte Themen wie Gewalt, aber auch Hoffnung. «Natürlich soll es auf diesem Pfad auch Platz für die positiven Dinge des Lebens haben», sagt der Pfarreibeauftragte weiter. Wichtig sei, dass sich der Besucher mit dem Dargestellten identifizieren könne.

Früher war der Kreuzweg mit ursprünglich 14 Stationen in der Kirche angesiedelt. «Vielen Leuten ist das aber fremd geworden», sagt Oberholzer. Nun, da der Weg im Freien stehe und auf sieben Stationen reduziert wurde, finde er mehr Beachtung. In den zwei Wochen, in denen die Schilder aufgestellt sind, würden bis zu 2000 Menschen dem Weg entlanglaufen. Die meisten an Ostern. Oberholzer hofft, dass es dieses Jahr wegen des schlechten Wetters nicht weniger sein werden. «Wer Interesse hat, kommt so oder so.»

Die heilige Zahl sieben

Am Anfang des Weges bedient sich der Spaziergänger einer Broschüre, in der Gebete, Gedanken und Meditationen festgehalten sind. Auf dem Bild «die Kreuzabnahme» sind der verstorbene Jesus und seine trauernden Anhänger dargestellt. Es ist auf der ersten Station des Weges zu sehen. Die weiteren sechs Tafeln zeigen die biblischen Charaktere im Detail. «Sieben ist eine symbolische Zahl für die Heiligkeit», erklärt Oberholzer. So habe diese Welt nach sieben Tagen zu existieren begonnen. Die Stationen am Waltramsberg können noch bis zum 6. April besucht werden.

Aktuelle Nachrichten