Über Autos lässt sich streiten

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Mobilität Wenn es um den Verkehr geht, ist es in der Stadtpolitik meistens vorbei mit überparteilicher Einigkeit. Das wurde am Podium am Montagabend im Kugl einmal mehr deutlich. Während sich die Kandidierenden in Fragen der Kultur-, Sozial- und Umweltpolitik nicht selten einig waren, spaltete die Mobilitäts-Initiative die Gemüter.

Während die bürgerlichen Kandidaten Boris Tschirky (CVP) und Jürg Brunner (SVP) sich dafür aussprachen, dass auch der motorisierte Individualverkehr wieder zunehmen darf, votierten Andri Bösch (Juso), Ingrid Jacober (Grüne) und Sonja Lüthi (Grünliberale) klar dagegen. Tschirky sagte, der Autoverkehr solle nicht dämonisiert werden. Die Initiative schaffe gleiche Bedingungen für alle, und das sei richtig. SVP-Kandidat Brunner pflichtete ihm bei: Das Gewerbe in der Stadt habe es wegen der hohen Ladenmieten ohnehin schon schwer. «Da darf es nicht sein, dass man ihm zusätzlich Steine in den Weg legt.» Die Kundinnen und Kunden seien nun einmal bequem, sagte Brunner.

Links der Mitte liess man diese Argumente nicht gelten: «Die Stadt soll eine aktive Bodenpolitik betreiben, um die hohen Mieten zu bekämpfen», sagte Andri Bösch. Sonja Lüthi fügte an: «Wenn wir weniger Autos auf den Strassen der Stadt haben, haben wir auch mehr Platz für Transporter.» Das sei gut so, denn deren Aufgabe lasse sich nämlich, anders als beim Personenverkehr, kaum zum ÖV und zum Velo verlagern. Und Ingrid Jacober antwortete auf die Frage, was sie gegen Autos habe: «Das Auto ist ein ineffizientes Fortbewegungsmittel.»

Vergangene Woche hat das Stadtparlament die Mobilitäts-Initiative abgelehnt, im März 2018 kommt sie voraussichtlich vors Volk. (ghi)