Über 700 000 Kinder könnten bald sterben

«Reise in eine zerrüttete Welt», Ausgabe vom 31. Mai

Raffaele Ferdinando Schacher
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Auf dem Papier sind heute alle afrikanischen Staaten unabhängige freie Nationen. Sie haben das Joch der Kolonialisierung überwunden. Faktisch kontrollieren die weltweit agierenden Rohstoffkonzerne alle wichtigen Ressourcen des «schwarzen Kontinents».

Subtiler, aber genau so effizient wie früher die alten Kolonialmächte. Frankreich unterhält bis zum heutigen Tag «beste Kontakte» zu ihren alten Kolonien. Der Kongo ist geradezu ein exemplarisches Beispiel einer systematischen Ausbeutung. Nahezu alle wichtigen «Bausteine» für unsere digitale Hochtechnologie stammt aus Afrika. Von Koltan bis Uran. Gleichzeitig zeigt sich der Westen nicht wirklich alarmiert, wenn im Sudan über 20 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht sind.

Über 700000 Kinder könnten in den nächsten Monaten sterben. Es gibt einen direkten Kausalzusammenhang zwischen den Flüchtlingsströmen und der systematischen Ausbeutung westlicher Kon­zerne in Afrika.

Es braucht nicht weniger als einen «Marschallplan» für Afrika, lieber heute als morgen. Ansonsten werden die nächsten Generationen in Europa noch ihr«blaues Wunder» erleben.

Raffaele Ferdinando Schacher

Löwengartenstrasse 15

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