Über 30 Autos ausgeräumt

Ein 44-Jähriger hat eine ganze Reihe von Autos aufgebrochen und soll in ein Firmengebäude eingedrungen sein, wo er einen Lieferwagen stahl. Nun muss er für 16 Monate ins Gefängnis.

Claudia Schmid
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Ein Drogenabhängiger soll in St. Gallen und Herisau serienweise Autos aufgebrochen und Wertsachen daraus gestohlen haben. Der Beschuldigte stand jetzt vor dem Kreisgericht St. Gallen. Er gab einen Teil der ihm vorgeworfenen Taten zu. Er habe unter Drogeneinfluss gestanden und erinnere sich nicht mehr an jeden Aufbruch und an alle Details, erklärte er vor Schranken. Er wisse aber noch, dass er in St. Gallen und Herisau Fahrzeuge aufgebrochen und neben Bargeld auch Wertsachen entwendet habe.

Drogen gekauft

Die Wertsachen, die er stahl, verkaufte der Mann auf der Strasse oder tauschte sie gegen Drogen. Laut Anklage konsumierte er täglich zwei bis drei Gramm Kokain und ein halbes Gramm Heroin. Der Deliktsbetrag wird mit über 50 000 Franken angegeben, der Sachschaden mit rund 47 000 Franken. Vorgeworfen wurde dem Angeklagten auch, dass er in Herisau in das Logistikzentrum der Appenzeller Bahnen eingebrochen sei, dort 400 Franken und eine Digitalkamera an sich genommen und einen Schlüsselkasten beschädigt habe. Zudem soll er dort den Schlüssel eines Lieferwagens gestohlen haben und mit dem Wagen nach St. Gallen gefahren sein. Diese Straftat bestritt er.

Trotz Herzinfarkt

Der Beschuldigte befindet sich zurzeit im Gefängnis. Selbst das drohende Gerichtsverfahren und ein Herzinfarkt habe ihn nicht davon abgehalten, weiter Autos aufzubrechen, hielt ihm der vorsitzende Richter vor. Deshalb sei er schliesslich in Sicherheitshaft genommen worden.

Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann wegen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, gewerbsmässigem Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Entwendung zum Gebrauch und Führen eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis an. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, eine den Vollzug begleitende Therapie und eine Busse von 500 Franken.

Beim bestrittenen Einbruch ins Logistikgebäude in Herisau seien die Fingerabdrücke des Angeklagten eindeutig identifiziert worden, betonte die Staatsanwältin. Sie verwies auch auf die vielen einschlägigen Vorstrafen, zu denen der Spanier in seiner Heimat verurteilt worden ist.

Stationäre Therapie beantragt

Der Verteidiger verlangte für einige der Autoaufbrüche und den Einbruch in Herisau Freisprüche. Es sei nicht bewiesen, dass sein Mandant für diese Straftaten verantwortlich sei. Für die restlichen Delikte beantragte er eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, welche zugunsten einer stationären Therapie aufzuschieben sei. Der Beschuldigte habe früher in Spanien erfolgreich eine Drogentherapie gemacht und sei bis zu den jüngsten Vorfällen in den letzten zehn Jahren straffrei geblieben. Der Rückfall sei mit familiären Problemen zu begründen.

16 Monate und 500 Franken

Das Kreisgericht St. Gallen sprach den Beschuldigten in zwei Anklagepunkten frei. Für den Rest verurteilte es ihn zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten und einer Busse von 500 Franken. Zudem ordnete es eine stationäre Suchtbehandlung an. Bis zum Antritt des Strafvollzugs bleibt der Mann in Sicherheitshaft.