Über 130 000 Impfdosen finanziert

Die drei Rotary Clubs der Stadt St. Gallen haben zusammen fast 100 000 Franken für das weltweite Projekt «End Polio Now» gesammelt. Der Betrag hilft, die Kinderlähmung auszurotten.

Claudia Schmid
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Rotary Clubs helfen mit, Kinder gegen Kinderlähmung zu impfen. (Bild: fotalia)

Rotary Clubs helfen mit, Kinder gegen Kinderlähmung zu impfen. (Bild: fotalia)

«End Polio Now» ist ein ehrgeiziges und zugleich erfolgreiches Projekt: Seit 1985 setzt sich Rotary International im Verbund mit WHO, Unicef und den Regierungen vieler Länder für eine Welt ohne Kinderlähmung ein. 99 Prozent dieses Ziels sind unterdessen erreicht. «Zwischen 1985 und heute konnten die Infektionen von 350 000 auf weniger als 2000 reduziert werden. Dank den Impfaktionen von Rotary wurden seit 1998 über zwei Milliarden Kinder gegen Kinderlähmung geimpft», erklärt Dieter Froehlich. Er ist Präsident des Rotary Clubs St. Gallen-Freudenberg und hat auf lokaler Ebene die jüngste Aktion zur Ausrottung von Polio koordiniert.

Das letzte Prozent

Für den Endspurt um den Kampf gegen das letzte Prozent der Krankheitsherde wurden in allen Erdteilen Sonderanstrengungen gestartet. In der Gallusstadt taten sich die drei Rotary Clubs St. Gallen, St. Gallen-Freudenberg und St. Gallen-Rosenberg zusammen, um gemeinsam eine möglichst hohe Spendensumme zu erzielen. Mit Sammelaktionen und dem Verkauf von Schlüssel-Findern und Weihnachtskarten kam der eindrückliche Betrag von 97 640 Franken zusammen. Das Geld stammt sowohl von Clubmitgliedern wie auch lokalen Firmen und Privatpersonen.

Mit den knapp 100 000 Franken können 130 186 Impfdosen finanziert werden. Und weil sich die Bill und Melinda Gates Foundation dazu bereit erklärt hat, jeden weltweit gespendeten Betrag gegen Polio zu verdoppeln, entspricht das in St. Gallen gesammelte Geld sogar 260 372 Impfungen. Eine Dosis kostet umgerechnet 75 Rappen. «Wir sind vom Ausgang unserer Aktion mehr als überrascht», freut sich Dieter Froehlich.

Projekt trägt weiter Früchte

Laut einem Dankesbrief, den die drei St. Galler Clubs erhalten haben, trägt das Projekt «End Polio Now» weiter Früchte. «Im Jahr 2010 gab es 41 Prozent weniger Neuinfektionen wie im Vorjahr. Die Reduktionen in Indien und Nigeria waren mit Werten von jeweils über 90 Prozent beeindruckend und der Trend setzt sich auch im Jahr 2011 fort», schreibt Bruno Glaus im Brief. Der Uznacher Rechtsanwalt ist im Jahr 2010/11 Governor des «Rotary-Distrikts 2000», der in total 74 Clubs zwischen Zürich und dem Fürstentum Liechtenstein mehr als 4000 Rotary-Mitglieder umfasst.

Die Zahlen dürfe man als Zeichen einer erfolgreichen Durchimpfung der Bevölkerung werten, heisst es im Dankesbrief. Es gelte nun, die Ausbrüche in Tschad und Angola/Congo durch Massenimpfungen in den Griff zu bekommen; Impfkampagnen Ende März und Mitte April hätten dies zum Ziel.

Lokal und international

Wie für Rotary International gehört die Unterstützung gemeinnütziger Projekte auch für die drei St. Galler Clubs zu einer der Hauptaufgaben. «Wir engagieren uns auf lokaler und internationaler Ebene», erklärt Dieter Froehlich. Im Vergleich zu anderen Engagements habe «End Polio Now» aber allein vom Umfang her eine besondere Bedeutung. Gemäss dem Spendenbarometer auf der Seite www.polioplus.ch kamen gesamtschweizerisch über 700 000 Franken zusammen.

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