Über 100 000 Besucher

Nach einmonatiger Ausstellungszeit wurden gestern die Sandskulpturen abgeräumt. Nur die erneuten Vandalenakte an den Kunstwerken trüben die positive Bilanz der Organisatoren.

Corina Tobler
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Kunstwerk auf Zeit: Urs Koller beobachtet, wie die drittplazierte Skulptur «Time Consumer» der Baggerschaufel zum Opfer fällt. (Bild: Corina Tobler)

Kunstwerk auf Zeit: Urs Koller beobachtet, wie die drittplazierte Skulptur «Time Consumer» der Baggerschaufel zum Opfer fällt. (Bild: Corina Tobler)

RORSCHACH. Gnadenlos gräbt sich die Baggerschaufel in den Sand. Was als Kunstwerk einen Monat lang Wind und Wetter getrotzt hatte, wird innert Sekundenbruchteilen zermalmt. Mit dem Abbruch der Skulpturen geht die 11. Auflage des Sandskulpturen-Festivals definitiv zu Ende.

Neuer Besucherrekord

Urs Koller, künstlerischer Leiter, beobachtet die Arbeiten, die von der Morant AG und der Gerschwiler AG ausgeführt werden. «Die Firmen arbeiten umsonst für uns und erledigen den gesamten Abbruch in nur einem Tag.

Das ist eine grosse Hilfe, denn früher musste ich jeweils alleine mit einem kleinen Bagger Sand schaufeln, was mehrere Tage dauerte.» Koller und sein Team können auf ein überaus gelungenes Festival zurückblicken. «Die zehn Tage mit den Künstlern waren toll, das Wetter hat gestimmt und der Publikumsaufmarsch war einfach überwältigend.» Die Werke der Sandkünstler haben laut Koller weit über 100 000 Schaulustige angelockt, so viele wie noch nie.

Angesichts der grossen Resonanz sei es umso trauriger, dass einige Skulpturen wie schon 2008 von Vandalen beschädigt wurden. «Beim ersten Mal dachten wir noch, es handle sich um ein einmaliges Vorkommnis, aber nun sind wir eindeutig mit einem ernsthaften Problem konfrontiert. Es gibt Leute, die sich extra einen Tag Zeit nehmen, um aus Deutschland nach Rorschach zu fahren und die Skulpturen anzuschauen.

Mir als Veranstalter ist es unangenehm, ja fast peinlich, wenn sie dann Figuren sehen müssen, bei denen die Köpfe fehlen», sagt Koller.

Besserer Schutz, höhere Kosten

Die Vandalen richteten mit ihrer sinnlosen Aktion erheblichen Sachschaden an. «In jede Skulptur werden etwa 10 000 Franken investiert.» Auch ein Projekt eines begeisterten Besuchers, die Siegerskulptur von Edith van de Weterring und Wilfred Stijger mittels 3D-Scan zu verewigen und anschliessend abzugiessen, fiel wegen der Schäden am Werk ins Wasser.

Koller ist entschlossen, Vandalenakte in Zukunft zu verhindern. Wie genau der Schutz der Skulpturen aussehen soll, steht aber noch nicht fest. «Ich sehe drei Möglichkeiten: ein professionelles Kamerasystem zur Überwachung, ein grosser Zaun rund um das Gelände oder Wachleute vor Ort.»

Unabhängig davon, für welche Schutzmassnahme sich die Organisatoren entscheiden, wird sich der finanzielle Aufwand deutlich erhöhen. Woher das Geld kommen soll, ist noch nicht geklärt.

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