TÜBACH: In ihm lebt der «King» weiter

Wenn Marcus Held Elvis Presleys Hits singt, klingt es, als ob Presley selber vor dem Publikum stünde. In Florida wurde seine sogar zur besten Elvis-Stimme gekürt. Anlässlich des 40. Todestags ist der Tübacher gefragt.

Jolanda Riedener
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Marcus C. King hat am Samstag eine Show zum 40. Todestag von Elvis im massgeschneiderten Kostüm zum Besten gegeben. (Bild: Res Lerch)

Marcus C. King hat am Samstag eine Show zum 40. Todestag von Elvis im massgeschneiderten Kostüm zum Besten gegeben. (Bild: Res Lerch)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Heute vor genau 40 Jahren ist ­Elvis Presley in Graceland, Memphis, gestorben. Einer, der den «King» heute noch lebhaft verkörpert, ist der Tübacher Marcus C. Held. Regelmässig steht er als Marcus C. King in der Schweiz, im nahen Ausland sowie in Florida auf der Bühne und gibt ein ­Repertoire von 200 Elvis-Songs zum Besten.

«Ich erinnere mich heute noch daran, wie meine Mutter sagte ‹Elvis ist tot›», erinnert sich Held. Er war damals 14 Jahre alt und habe in der Küche gestanden. Todes- und Geburtstag des «Kings» sind für Marcus Held aber vor allem für seine Auftritte bedeutend. «Am Freitag stand ich in Niederwil vor 80 Personen auf der Bühne, am Samstag im gut besuchten ‹Schweizerhof› in Rorschach», sagt er. Der Todestag an sich sei für Held aber weder besonders emotional noch besonders traurig. Zufällig ist der 16. August auch der Geburtstag seiner Schwester: «Diesen habe ich einmal sogar im ganzen Rummel vergessen.»
 

Marc Durrer an seinem Wohnort in Sempach Station LU.

ONLIBenNE: Marc Durrer, Sempach Station LU.

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Chris Aaron an seinem Wohnort in Sugiez FR.

ONLINE: Chris Aaron, Sugiez FR.

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Sam Vegas an seinem Wohnort in Wil. (Bild: Benjamin Manser)
René Wettstein an seinem Wohnort in Wohlen AG.

ONLINE: René Wettstein, Wohlen AG.

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Marco Tschopp in seinem Probelokal in Oberhasli ZH.

ONLINE: Marco Tschopp, Gachnang TG.

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Lenny Russo an seinem Wohnort in Nidau BE.

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Nigel Kingsley an seinem Wohnort in Bad Zurzach AG.

ONLINE: Nigel Kingsley, Bad Zurzach AG.

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Rolf Brunold an seinem Wohnort in Bettwil AG.

ONLINE: Rolf Brunold, Bettwil AG.

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Mike Fitzner an seinem Wohnort in Diessenhofen TG.

ONLINE: Mike Fitzner, Diessenhofen TG.

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Marcus C. Held an seinem Wohnort in Tübach SG.

ONLINE: Marcus C. Held, Tübach SG.

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Marc Durrer an seinem Wohnort in Sempach Station LU. ONLIBenNE: Marc Durrer, Sempach Station LU. © Benjamin Manser (Bild: Benjamin Manser)

Zweites Zuhause in Florida

Heute gehört Held zu den besten Elvis Tribute Artists der Schweiz und hat kürzlich in Florida einen Preis gewonnen. Während eines dreitägigen Profiwettbewerbs wurde Held für die beste Elvis-Stimme am Florida State Fair 2017 in Tampa ausgezeichnet. «Dieser Preis macht mich stolz», sagt Held, der im Winter für drei Monate in Florida zu Besuch war. Dort hat der gelernte Bäcker auch während rund dreier Jahre gelebt und ein Restaurant mit Bäckerei geführt. Zurückgehen würde er jederzeit.

Mit 60 Auftritten pro Jahr hat er sein Hobby vor zwei Jahren zum Beruf gemacht. Als er seinen Job verlor und keine neue Stelle mehr fand, entschied er sich zu diesem Schritt. «Es ist mit Fleiss verbunden», sagt Held. Wichtig sei, möglichst viele Auftritte zu machen, um Referenzen zu haben. «Heute bin ich froh darüber, wie es gekommen ist», sagt Held.

2006 schlüpfte er erstmals für eine Hochzeit ins Elvis-Kostüm, ein Jahr später holte er den zweiten Platz am Swiss Elvis Contest in Zürich. «Das war eine Bestätigung für mich», sagt Held. Anfangs habe er sich nicht vorstellen können, einmal in einem Elvis-Kostüm vors Publikum zu treten. Für ihn steht der Gesang an erster Stelle, dann kommt die Show. Das Singen faszinierte Marcus Held schon immer, im Gospelchor wurde er erstmals auf seine Elvis-Stimme angesprochen. Auch während seiner Zeit in Florida trat er regelmässig als Tribute-Artist auf und nahm an Wettkämpfen teil. Nach wie vor tritt der Tübacher auch an privaten Feiern, Hochzeiten oder in Altersheimen auf. Sein Publikum sei meistens über 40 Jahre alt.

Held singt dabei nicht nur Elvis-Songs, sondern auch anderes aus den Genres Country, Oldies und Rock and Roll. Den nächsten grossen Auftritt in der Region wird Marcus C. King am 14. Okto­ber in der Mehrzweckhalle Tübach haben: Die Elvis und Oldies Night veranstaltet er von A bis Z selbst. Neben vielen positiven Rückmeldungen und Bestätigung durch zahlreiche Preise musste er sich aber auch anderes anhören: «Singen kannst du ja so gut wie Elvis, aber du bist auch so fett.» Darauf hatte er in kurzer Zeit 30 Kilo abgenommen. Viele Menschen hätten ein falsches Bild von einem vermeintlich drogensüchtigen Elvis Presley: «Ich habe mittlerweile aufgehört, den Leuten meine Ansicht zu erklären.»

«Elvis wird einem nicht langweilig, seine Songs sind so facettenreich», erklärt sich Marcus Held den Mythos um Elvis. 
 

Elvis Aaron Presley starb am 16. August 1977. (Bild: Keystone)
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Elvis mit den Musikern der Memphis Boys. Mit ihnen nahm er seine Alben «From Elvis in Memphis» und «Elvis: Back in Memphis» auf. Die Aufnahme ist vom 22. Januar 1969. (Bild: Keystone)
Elvis mit seiner Gibson J-200 in den MGM Studios in den 1950er Jahren. (Bild: Keystone)
Seinen Militärdienst absolvierte Elvis Presley in einer US-Kaserne in Deutschland. (Bild: Keystone)
Obwohl Elvis Presley eine Karriere als seriöser Schauspieler anstrebte, wurde er hauptsächlich für seichte Musikfilme engagiert. Hier mit der Schauspielerin Ann-Margret 1964 für den Film «Viva Las Vegas». (Bild: Keystone)
Elvis Presley spielt im Juni 1972 im New Yorker Madison Square Garden. (Bild: Keystone)
Im Mai 1967 heiratet Elvis Presley Priscilla. (Bild: Keystone)
Dieses Foto von 1956 wurde für sein erstes RCA-Victor-Album verwendet. Zuvor war Elvis bei Sun Records. (Bild: Keystone)
Elvis Presley in entspannter Pose 1958. (Bild: Keystone)
Sein Tanzstil wurde legendär: Bild von Elvis Presley im Film «Jailhouse Rock» (1957). (Bild: Keystone)
1956 spielt Elvis Presley in der «Steve Allen Show». In der Mitte ist Steve Allen, links Imogene Coca. (Bild: Keystone)
Werbebild für den Film «Paradise, Hawaiian Style» (1966). Suzanna Leigh (links) organisiert regelmässig Treffen für ehemalige Mitarbeiter und Wegbegleiter von Elvis Presley. (Bild: Keystone)
Am 9. September 1956 tritt Elvis Presley erstmals in der legendären «Ed Sullivan Show» auf. (Bild: Keystone)
Elvis Presley gibt einigen Fans, die hinter einem Zaun bei den Aufnahmestudios in Hollywood warten, Autogramme. (Bild: Keystone)
Undatierte Aufnahme von Elvis Presley auf einem Motorrad. (Bild: Keystone)
Elvis Presley mit seiner Frau Priscilla zeigen ihre Tochter Lisa Marie. (Bild: Keystone)
Ein Leben in der Öffentlichkeit: Elvis Presley zieht für seine Tochter Lisa-Marie eine Grimasse. (Bild: Keystone)
Elvis Presley mit seinem 1956 Lincoln Continental. (Bild: Keystone)
Aufnahme vom Konzert «Aloha From Hawaii» 1973. Das Konzert war damals auch ein Test für die Satellitenübertragung und wurde in zahlreiche Länder live ausgestrahlt. (Bild: Keystone)
Elvis Presley posiert mit einem unbekannten Mann im Loews Kino in Memphis. Hier arbeitete Elvis als Jugendlicher. (Bild: Keystone)
Elvis posiert vor dem Schild seines Battaillons in Friedberg, wo er 18 Monate - von 1958 bis 1960 - als Soldat stationiert war. (Bild: Keystone)
Der King of Rock'n'Roll war ein Waffennarr: Hier posiert er mit einer vergoldeten Walther PKK 9mm, auf die er sein Motto «TCB» (Taking Care of Business) eingravieren liess. (Bild: Keystone)
Elvis Presley in einer Aufnahme von 1957. (Bild: Keystone)
Nach einer neunjährigen Bühnenpause tritt Elvis Presley im August 1969 in Las Vegas erstmals wieder öffentlich auf. (Bild: Keystone)
Aufnahme aus dem 1964er Film «Roustabout». (Bild: Keystone)
Auch während seiner Militärzeit erreichte die Fanpost Elvis. (Bild: Keystone)
Sam Phillips (ganz rechts) gilt als Entdecker Elvis'. Hier in einer Aufnahme von 1954 mit Bassist Bill Black und Gitarrist Scotty Moore in den Studios von Sun Records. (Bild: Keystone)
Pop-Art-Künstler Andy Warhol portraitierte Elvis als Cowboy. (Bild: Keystone)
Elvis als Soldat im Film «G.I. Blues» (1960). (Bild: Keystone)
Bei der Musik von Elvis ist es schwierig, ruhig zu stehen. Aufnahme von einem Konzert in Philadelphia vom 6. April 1957. (Bild: Keystone)
Elvis Presley zeigt 1957 dem Hollywood-Starlet Yvonne Lime seine neue Heimat Graceland. Das Anwesen kaufte er für 100'000 Dollar. (Bild: Keystone)
Der Rock'n'Roll-Star spielt mit seinem Hündchen Sweet Pea. (Bild: Keystone)
Shake, rattle and roll: Elvis Presley bei der Mississippi-Alabama State Fair am 27. September 1956. (Bild: Keystone)
Elvis Presley in einer Aufnahme von 1968. (Bild: Keystone)
Aufnahme von 1970. (Bild: Keystone)
Am 21. Dezember 1970 trifft Elvis Presley den US-Präsidenten Richard Nixon. Zehn Tage später besucht Presley das Hauptquartier des FBI. Direktor J. Edgar Hoover trifft er nicht, da Elvis «nicht zu den Personen gehört, die der Direktor treffen sollte». (Bild: Keystone)
Mit solchen Posen wurde Elvis zu einem der ersten männlichen Pin-Ups. (Bild: Keystone)
Das damals noch unbekannte Film-Starlet Natalie Wood besucht Elvis Presley in Memphis, Tennessee (Archivbild vom November 1956). Die beiden hatten sich bei den Dreharbeiten zu Elvis' erstem Film «Love Me Tender» kennengelernt. (Bild: Keystone)
Tom Jones, Priscilla Presley und Elvis Presley (von links) treffen sich in Las Vegas hinter der Bühne. Die Aufnahme ist vermutlich von 1967 oder 1968. Danach gab es Gerüchte, dass Jones und Presley gemeinsam einen Film drehen würden. Dazu kam es jedoch nie. (Bild: Keystone)
Ein bisschen Schweiz: Elvis Presley mit Ursula Andress. Zusammen drehten sie den Film «Fun in Acapulco» (1963). (Bild: Keystone)
Elvis Presley und Laurel Goodwin bei den Dreharbeiten zum Fim «Girls! Girls! Girls!». Elvis drehte in den 60er Jahren auf Anraten seines Managers in mehreren Dutzend schnell produzierten Hollywood-Filmen. (Bild: Keystone)
Ein schier endloser Autokonvoi bei der Beerdigung des King of Rock'n'Roll am 19. August 197. (Bild: Keystone)
Das Grab von Elvis Presley in Graceland in Tennessee. (Bild: Keystone)

Elvis Aaron Presley starb am 16. August 1977. (Bild: Keystone)