Tropenfalter wandern ins Museum

SEVELEN. Der Seveler Fred Hofmänner hat zeit seines Lebens 3000 Schmetterlinge gesammelt. Jetzt wurden seine Falter dem Naturmuseum St.Gallen übergeben – und sind damit öffentlich zugänglich.

Heini Schwendener
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SEVELEN. Schmetterlinge faszinieren den heute 75jährigen Fred Hofmänner aus Sevelen schon seit seiner Kindheit. Als Jugendlicher hat er mit dem Aufbau einer Sammlung begonnen, die in 45 Insektenkästen aufbewahrt und zwischenzeitlich auf rund 3000 Falter angewachsen ist.

Im Jahr 2003 hat die Gemeinde Sevelen Hofmänners Sammlung gekauft und sie im Kulturarchiv der Gemeinde gelagert. Fred Hofmänner blieb weiterhin für die Wartung der Sammlung im Seveler Kulturarchiv zuständig. Hier war sie aber nicht am richtigen Ort. Wer hätte die fachgerechte Betreuung übernommen, wenn dies Fred Hofmänner einmal nicht mehr möglich sein sollte? Die Gemeinde machte sich Gedanken.

Schenkung der Gemeinde

Gemeinderätin Annemarie Engler-Jakober kam bei ihrer Tätigkeit für den Verband der Museen des Kantons St. Gallen mit dem Naturmuseum St. Gallen und dessen Direktor Toni Bürgin in Kontakt. Dieser wurde hellhörig und zeigte sich interessiert, als ihn die Seveler Gemeinderätin auf die Schmetterlingssammlung aufmerksam machte. So kam es schliesslich dazu, dass sich Sevelen und das Naturmuseum einig wurden: Die Gemeinde schenkt dem Museum die Sammlung von Hofmänner. Kürzlich transportierte Andreas Kopp, Präsident des Entomologischen Vereins Alpstein, die 45 Insektenkästen ins Naturmuseum St. Gallen.

Dort ist man erfreut über die Schenkung dieser «wissenschaftlich wertvollen» Sammlung tropischer und einheimischer Arten. Dieses Geschenk der Gemeinde Sevelen ergänze die im Museum bereits vorhandene Schmetterlingssammlung aufs Beste und stehe künftig für Forschungs- und Ausstellungszwecke zur Verfügung, lässt das Naturmuseum verlauten. Andreas Kopp, in dessen Verein Fred Hofmänner auch schon Vorstandsmitglied war und heute Freimitglied ist, schätzt vor allem den wissenschaftlichen Wert von Hofmänners Sammlung. Die Exoten, die der Seveler ebenfalls gesammelt habe, seien zudem unter ästhetischen Aspekten interessant.

«Jetzt am richtigen Ort»

Für Annemarie Engler-Jakober, die im Gemeinderat das Ressort Kultur betreut, ist klar: «Jetzt ist die wertvolle Sammlung von Fred Hofmänner am richtigen Ort.» Dass sie wertvoll ist, beweise das Interesse des Naturmuseums, «sonst hätte es die Schenkung wohl kaum angenommen». Die Gemeinderätin verweist darauf, dass die Sammlung im Naturmuseum nun auch für die Forschung zugänglich werde.

Im Naturmuseum wird sie neu durch die Biologin Priska Jud betreut, die eine Teilzeitstelle als Sammlungskuratorin angetreten hat. Unter ihrer Aufsicht werden die Exemplare der Sammlung Hofmänner in die Datenbank von Sammelstücken aufgenommen.

Fred Hofmänners Begeisterung über die Zügelaktion hält sich in Grenzen. Nun habe er keinen direkten Zugriff mehr, bedauert der Pensionär. Hingegen ist er überzeugt: «Im Naturmuseum St. Gallen ist die Sammlung in guten Händen.»

Aurorafalter fürs Naturmuseum. (Bild: pd)

Aurorafalter fürs Naturmuseum. (Bild: pd)

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