«Tristesse macht kreativ»

RORSCHACH. Morgen laden zwei Rorschacherinnen zur Party «Der Lenz ist da» ein. Entstanden ist die Idee, als die Tage kurz waren und das Wetter schlecht. Es war die Langeweile, die zwei Mütter zu Partyorganisatorinnen hat werden lassen.

Dominik Bärlocher
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Two Mums: Yvonne Hasler (links) und Jolanda Bleiker-Reichle haben im Café Schnell eine Party organisiert. Ein Einzelevent – vorerst. (Bild: Dominik Bärlocher)

Two Mums: Yvonne Hasler (links) und Jolanda Bleiker-Reichle haben im Café Schnell eine Party organisiert. Ein Einzelevent – vorerst. (Bild: Dominik Bärlocher)

Der Januar war Jolanda Bleiker-Reichle und Yvonne Hasler zu trist. Sie hatten ihre Kollegen schon länger nicht mehr gesehen, und Parties sind laut den beiden in der kalten Jahreszeit Mangelware – vor allem in der Hafenstadt. Daher haben sich die beiden jungen Mütter zum Team Two Mums zusammengeschlossen und laden morgen ins Rorschacher Traditionslokal Café Schnell ein. Mit der Party unter dem Motto «Der Lenz ist da» wollen sie Rorschacherinnen und Rorschacher wieder zusammenführen und zum Tanzen bringen.

Die Organisatorinnen gehören nicht mehr zur Altersgruppe der Partygänger, die laut ihnen bei «bis etwa Mitte 20» liegt. Deshalb ist «Der Lenz ist da» bewusst eine Party für alle Altersgruppen. «Die Trennung zwischen Jung und Alt, die in der Partyszene so verbreitet ist, soll aufgehoben werden», sagt Jolanda Bleiker-Reichle. Daher wird morgen abend nebst moderner, «chilliger» Musik auch Sound aus den 1950er- und 1960er-Jahren gespielt werden. Dazu tritt die Band Monsieur Brisebard aus dem Thurgau auf.

Eine Stunde Organisation

Ohne die Langeweile im Januar wäre «Der Lenz ist da» wohl gar nie zustande gekommen: «Es ist gerade die Tristesse, die Menschen kreativ werden lässt», sagt Jolanda Bleiker-Reichle. Und da das Wetter mies, die Tage kurz und die Langeweile gross gewesen seien, hätten die beiden kurzerhand zum Handy gegriffen. Das Resultat nach einer Stunde Telefonieren und SMS-Schreiben: Zwei DJs, eine Band und eine Gruppe Helfer standen bereit, das Café Schnell für einen Abend wiederaufleben zu lassen. Das grösste Problem bei der Organisation: «Viele, die wir als Helfer angefragt haben, kommen lieber als Gäste», sagt Yvonne Hasler. Doch am Ende stand eine bunte Schar aus Freunden, Bekannten und Geschwistern bereit und stellt sich hinter die Bar und vor die Tür, macht Musik und will den Gästen einen angenehmen Abend bereiten.

Die Location – das Café Schnell am Bahnplatz – haben die beiden jungen Frauen nicht zufällig gewählt. «Klar, es steht zur Miete zur Verfügung», sagt Jolanda Bleiker-Reichle, aber das sei nicht der Hauptgrund: «Es hat eine lange Geschichte und es ist schade, dass es immer leer zu stehen scheint.» Auch die Tatsache, dass das «Schnell» in Rorschach stehe, mache es attraktiv: «In St. Gallen ist die Partylandschaft beinahe übersättigt», sagt Hasler. In Rorschach habe die Schliessung des ehemaligen Kulturlokals Mariaberg eine grosse Lücke im Kulturangebot hinterlassen, die nun während eines Abends gestopft werden soll. Zudem gebe es Abende, an denen man keine Lust habe, nach St. Gallen in den Ausgang zu gehen. «In Rorschach hingegen ist die Party am Wochenende ein grosses Bedürfnis.»

Keine weiteren Pläne

Vorerst soll es bei diesem einen Event bleiben, denn eine Serie von Parties zu organisieren sei den Two Mums zu anstrengend. «Die Grundorganisation hat zwar nur eine Stunde gedauert, die Detailplanung kostete dann bedeutend mehr Zeit», sagt Jolanda Bleiker-Reichle lachend. Aber sie könnten sich durchaus vorstellen, noch einen Anlass zu organisieren – dies aber frühestens im Herbst. Die Zukunft der Two Mums – wenn es denn eine geben sollte – hängt laut Yvonne Hasler von «Der Lenz ist da» ab: «Wer weiss, vielleicht geht die Party in die Hose. Dann lassen wir das halt.»

«Der Lenz ist da», Café Schnell, Samstag, 10. März, ab 20 Uhr