Trendsetter in Westafrika

Die Okutex AG ist ein kleiner, aber feiner Textilbetrieb, der seit den Anfängen sein Domizil an der Hinteren Poststrasse 12 hat. Nun feiert das Familienunternehmen sein 50-Jahr-Jubiläum.

Claudia Schmid
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Belieferte auch schon die Königin von Brunei: Matthias Heé führt die Okutex AG in zweiter Generation. (Bild: Michel Canonica)

Belieferte auch schon die Königin von Brunei: Matthias Heé führt die Okutex AG in zweiter Generation. (Bild: Michel Canonica)

Wer in der Textilbranche überleben will, muss sich spezialisieren und flexibel sein. Die Okutex AG scheint das Rezept für den Erfolg gefunden zu haben: Seit fünf Jahrzehnten behauptet sie sich auf einem nicht einfachen Markt. «Vor einigen Jahren hatten wir in der Schweiz noch eine beachtliche Konkurrenz. Nun ist sie auf zwei oder drei Unternehmen geschrumpft», sagt Matthias Heé. Zusammen mit seiner Frau Sina führt er den Betrieb in zweiter Generation.

Trendsetter in Westafrika

Die Okutex hat sich auf feinste Stoffe aus natürlichen Materialien, Drucke und Stickereien spezialisiert. Sie liefert ihre Produkte in die ganze Welt, ist aber vor allem im afrikanischen Markt und in Fernost stark. «In Westafrika gehören unsere Stoffdesigns zu den Trendsettern. Während auf anderen Kontinenten Kleidermarken wie Gucci oder Louis Vuitton gefragt sind, gelten in Afrika Schweizer Qualitätsstoffe mit Jacquard-Musterung als besonders chic», sagt Matthias Heé. In Fernost seien feine Baumwollstoffe beliebt, die mit Stickereien kombiniert würden.

Zur Kundschaft der Okutex gehören Grosshändler, Hersteller von Damen- und Kinderbekleidung, Hersteller von Herrenhemden, Einkaufsgemeinschaften und Einzelhändler. Auch an Berühmtheiten konnte das Unternehmen schon Stoffe liefern. «Die Königin von Brunei zählte vor einigen Jahren zu unseren Kundinnen. Zudem belieferten wir eine Zeit lang das Modelabel Laura Ashley.»

Schweizer Qualität

Die verschiedenen Stoffkreationen entstehen in den Räumen an der Hinteren Poststrasse 12. «Um im Markt am Ball zu bleiben, braucht es immer wieder neue Designideen», erzählt der Geschäftsinhaber. Er und seine Frau können auf ein motiviertes Team von sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählen.

Noch bis vor wenigen Jahren liess die Okutex sämtliche Stoffe in der Schweiz herstellen. «Früher war das kein Problem. Es gab genügend Webereien, Stickereien und Ausrüster. Heute sind die meisten verschwunden, und wir müssen nicht selten nach Italien, Österreich oder Deutschland ausweichen.»

Textiles liegt in der Familie

Gegründet hat die Okutex 1963 Gyula Heé. «Die Textilfabrikation hat in unserer Familie Tradition. Schon mein Grossvater war in der Branche tätig», betont Matthias Heé. Er und seine Frau traten 1982 ins Unternehmen ein und übernahmen drei Jahre später die Führung. 2007 lancierten sie eine Accessoire-Linie. Die Foulards mit modern interpretierten Schweizer Motiven sind bei Touristen zu beliebten Souvenirs geworden.

Seit zwei Jahren unterhält die Okutex zudem unter www.swiss- textiles-shop.com auch einen Online-Shop. «Er findet erstaunlich grosse Beachtung. Das hat uns überrascht», sagt Matthias Heé. Nach wie vor sei aber auch der Fabrikladen an der Hinteren Poststrasse für die Kundschaft geöffnet.

Mit internationalem Flair

Das 50-Jahr-Jubiläum feierte das Familienunternehmen kürzlich mit einem Fest in der Lokremise. Aus allen Ecken der Welt reisten Gäste an, um mit der Okutex zu feiern. Tanz, Musik und Modeschau standen auf dem Programm.

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