Treibstoff vom Stadiondach

Die Stadt packt ein visionäres Projekt an: Solarstrom aus dem Westen der Stadt, unter anderem vom Dach der AFG Arena, will sie in Gas verwandeln – und damit auch Busse antreiben.

Ralf Streule
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Die Stadtwerke haben grosse Pläne im Westen der Stadt. Solarstrom-Überschüsse von der Gründenmoos-Tribüne (links), dem Ikea-Dach oder gar von einer möglichen neuen Anlage auf dem Stadiondach sollen zur Speicherung in Methangas umgewandelt werden. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Die Stadtwerke haben grosse Pläne im Westen der Stadt. Solarstrom-Überschüsse von der Gründenmoos-Tribüne (links), dem Ikea-Dach oder gar von einer möglichen neuen Anlage auf dem Stadiondach sollen zur Speicherung in Methangas umgewandelt werden. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Das Geothermieprojekt ist noch nicht in seiner heissesten Phase angekommen, schon sprechen die St. Galler Stadtwerke von einer neuen Vision. Im Westen der Stadt könnten schon bald Anlagen entstehen, die Solarstrom in Methangas umwandeln. Geothermie-Projektleiter Marco Huwiler stellte die Idee gestern am Anlass des Energienetzes GSG (Text unten) als eines von vielen Projekten vor.

Standorte im Westen gesucht

Die Methode, die sich im Fachjargon «Power to Gaz» nennt (Kasten), sei nicht neu, aber in den vergangenen Jahren immer mehr aufgekommen, sagt Thomas Zähner, der beim Geothermieteam der Stadtwerke arbeitet und sich in einer Masterarbeit intensiv mit «Power to Gaz» auseinandergesetzt hat. In der Schweiz gebe es bisher keine grösseren Projekte, obschon sich die ETH und die Empa mit Versuchen ein fundiertes Wissen in der Herstellung von Gas aus Strom angeeignet hätten.

Wenn es nach der Stadt gehe, werde bereits in fünf Jahren erstes Methangas aus städtischen Elektrolyseanlagen ins Erdgasnetz eingespeist, sagt Marco Huwiler. Man hoffe, für die Anlagen Standorte im Westen St. Gallens zu finden. In dem Bereich also, der ohnehin im Umbruch sei. Eine Vision sei auch, später einen Teil der städtischen Busflotte mit selber produziertem Gas zu betreiben. Das Ganze müsse im Sinne eines Versuchs angeschaut werden, der sich aber langfristig auszahlen könne, sagt Huwiler. Vorsorglich haben sich die Stadtwerke beim Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG), der einen Fonds für Gasprojekte betreibt, um Unterstützung für das Pilotprojekt beworben.

Noch nicht mit FCSG einig

Der Strom für die Methangas-Erzeugung soll von Solaranlagen in St. Gallen West bezogen werden. Dies könnte gemäss Huwiler die Anlage auf dem Dach des Stadions im Gründenmoos oder derjenigen auf dem Dach der Ikea sein. Eine weitere Idee der Stadt sei, auf dem Dach der AFG Arena eine neue Solaranlage zu bauen. Man sei mit der FC St. Gallen Event AG im Gespräch. Dies bestätigt auch Michael Götte, bei der Event AG in der Geschäftsentwicklung tätig. Man führe mit mehreren Interessenten Gespräche. Noch sei völlig offen, ob man mit der Stadt zusammenarbeiten werde.

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