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TRAUERFEIER: St.Gallen nimmt Abschied von seinem Stadtrat Nino Cozzio

Eine selten grosse Trauergemeinde hat in der Kathedrale Abschied genommen von Nino Cozzio. Mit bewegenden Worten wurde der verstorbene CVP-Stadtrat gewürdigt.
Daniel Wirth
Am Donnerstag wurde in der Kathedrale Abschied vom St.Galler Stadtrat Nino Cozzio genommen. (Bild: Benjamin Manser)

Am Donnerstag wurde in der Kathedrale Abschied vom St.Galler Stadtrat Nino Cozzio genommen. (Bild: Benjamin Manser)

Sein Vater sei ein starker Mensch gewesen, sagte Tobias Cozzio, der Sohn des am 13. September im ­Alter von 59 Jahren verstorbenen christlichdemokratischen Politikers Nino Cozzio. Ein Mensch auch, der Zeit seines Lebens dankbar gewesen sei, in einer von Freiheit und Frieden geprägten Gesellschaft leben und wirken zu dürfen. Wie Tobias Cozzio sich seines Vaters in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kathedrale erinnerte, war beeindruckend. Tapfer sagte er, sein Vater habe in seinem Leben viele schöne, aber auch zwei sehr schwierige Momente erlebt: 2009, als sein Sohn Raphael im Alter von 16 Jahren bei einem Unfall ums Leben kam, und 2015, als bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Diese beiden schweren Schicksalsschläge hätten die Familie aber nur noch enger zusammenwachsen lassen.

Hier knüpfte auch Antonio Cozzio an, der die letzte Rede seines verstorbenen Bruders Nino der sichtlich bewegten Trauer­gemeinde im Dom vortrug. «Ich gehe nach einem reichen Leben», zitierte er Nino Cozzio. «Ich habe stets versucht, mein Leben mit Sinn zu füllen.» Wie Sohn Tobias brachte auch Bruder Antonio zum Ausdruck: Nino Cozzio war gläubig und dankbar.
In seiner letzten Rede, die er kurz vor seinem Tod verfasste und an der Trauerfeier im Dom vortragen lassen hat, dankte Nino Cozzio seiner Frau Trudy und seinem Sohn Tobias dafür, dass er in seinen zwei letzten, von schwerer Krankheit geprägten Lebensjahren «nie alleine war».

Stadtpräsident Thomas Scheitlin: «Herzlichen Dank, Nino»

Am Trauer- und Auferstehungsgottesdienst, der von Bischof Markus Büchel gehalten wurde, nahmen der St. Galler Stadtrat in corpore, die Mehrheit der Kantonsregierung, sehr viele Stadtparlamentarier und Mitglieder des St. Galler Kantonsrates teil. Auch Politiker anderer Städte und Kantone waren anwesend.

St. Gallens Stadtpräsident Thomas Scheitlin, der am gleichen Tag wie Nino Cozzio 2006 in den Stadtrat gewählt worden war, nannte Nino Cozzio einen «bürgernahen, konsensorientierten und liebenswürdigen Menschen». Nino Cozzio sei nicht der Mann der lauten Worte gewesen, sagte Scheitlin. «Er konnte zuhören, vermitteln, alle in die Meinungsbildung einbinden.» Der Dialog sei ihm wichtig gewesen. Nino Cozzio, der der Direktion Soziales und Sicherheit vorstand, habe niemanden ausgrenzen wollen. «Transparenz und Offenheit waren sein grosses Anliegen.» Das habe Nino Cozzio, der laut Thomas Scheitlin über eine immense Schaffenskraft verfügte, glaubwürdig gemacht. Der Stadtpräsident bedankte sich im Namen der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, im Namen des Stadtparlamentes und des Stadtrates bei Nino Cozzio für dessen Wirken im Dienste der Gemeinschaft. «Wir nehmen Abschied von einem bescheidenen Mann, der uns allen viel gegeben hat», sagte Scheitlin. «Herzlichen Dank, Nino.» – Regierungsrat Benedikt Würth entbot der Trauerfamilie das Beileid im Namen der Regierung und der Bevölkerung des Kantons St. Gallen.

Ein Essen unter Freunden am Tag der Diagnose

Benedikt Würth erinnerte sich eines gemeinsamen Mittagessens mit Nino Cozzio im Sommer 2015. Dieses war just an dem Tag, als Nino Cozzio am Morgen die Diagnose Krebs mitgeteilt wurde. «Er sagte den Termin nicht ab und liess sich nichts anmerken.» Das sei bezeichnend gewesen für Nino Cozzio. Auch später habe er seine Krankheit mit einer Souveränität getragen, die imponiert habe. «Es können heute nicht alle diese Souveränität von dir übernehmen, weil uns der Schmerz der Trauer zerreisst», sagte Benedikt Würth, dem der Moment des Abschiedes von Nino Cozzio sichtlich nahe ging.

«St. Gallen ist heute einfach nur traurig», sagte der St. Galler Finanzdirektor. Er bezeichnete Nino Cozzio in seiner Trauerrede als einen «Menschenfreund». «Nino liebte die Menschen, egal ob arm oder reich, welche Hautfarbe oder Nationalität, und die Menschen liebten ihn.» Wenn Nino Cozzio einen Raum betreten habe, habe er diesen nicht mit breiter Brust und einer grossen Klappe gefüllt, sondern mit seiner Persönlichkeit und seinem feinen Gespür.

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