Transfer vom Schibenertor ins «UG 25»

Der VCS will das geplante neue Parkhaus am Schibenertor verhindern, indem ein grosser Teil der dort vorgesehenen öffentlichen Parkplätze ins «UG 25» verschoben wird. Bei der Tiefgarage am Schibenertor handle es sich um einen «unverantwortbaren Sündenfall».

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So könnte die Einfahrt zum Parkhaus Schibenertor aussehen. (Bild: Visualisierung: VCS-Sektion St. Gallen-Appenzell)

So könnte die Einfahrt zum Parkhaus Schibenertor aussehen. (Bild: Visualisierung: VCS-Sektion St. Gallen-Appenzell)

Sieben Punkte umfasst die Vereinbarung, welche der VCS und die Bauherrin Senn Resources AG miteinander abgeschlossen haben, damit der VCS seine Einsprache gegen den Ausbau des «UG 25» zurückzieht. Einer davon ist die Nutzung der Parkplätze, falls die geplante neue Tiefgarage am Schibenertor nicht realisiert würde. Und genau das will der VCS erreichen, indem öffentliche Parkplätze von einem ins andere Parkhaus «transferiert» werden.

Beide gemeinsam betrachten

Insbesondere in Städten seien sinnvolle Mobilitätskonzepte notwendig angesichts des immer knapper werdenden Platzes, sagte Ruedi Blumer, Co-Präsident der VCS-Sektion St. Gallen-Appenzell, gestern vor den Medien. Der VCS bemühe sich um eine Gesamtsicht. Folglich betrachte er auch die beiden Tiefgaragen-Projekte gemeinsam. «Ein Parkhaus Schibenertor wäre aus städtebaulicher Sicht ein grober und unverantwortbarer Sündenfall, den es zu verhindern gilt.»

92 Parkplätze verschieben

In der Vereinbarung mit dem VCS verpflichtet sich die Senn Resources AG, 92 der insgesamt 130 öffentlichen Parkplätze, die im Parkhaus Schibenertor vorgesehen sind, bei dessen Scheitern im «UG 25» zu übernehmen.

Nur: Der Ausbau des «UG 25» und das neue Parkhaus Schibenertor sind zwei voneinander unabhängige Projekte. Der Stadtrat hat ausserdem aufgrund bestimmter Radien genau definiert, welche oberirdischen öffentlichen Parkplätze in der Altstadt und in der Innenstadt in welchem der beiden Parkhäuser kompensiert werden sollen. Was gibt dem VCS nun Grund zur Hoffnung, er könne nun auf diesen Entscheid Einfluss nehmen? Trotz der getrennten Bewilligungsverfahren stünden die beiden Tiefgaragen im Wettbewerb zueinander, begründete Blumer die Taktik des VCS. «Ich bin überzeugt, dass der Stadtrat Mühe haben wird, das Parkhaus Schibenertor unter diesen Voraussetzungen zu bewilligen.»

Wichtigen ÖV-Knoten erhalten

Die Zeit spreche ausserdem für den VCS, sagte Co-Präsidentin Doris Königer. Denn spätestens nach der Eröffnung des neugestalteten Bahnhofplatzes werde man sehen, welche Bedeutung der Knoten Schibenertor für den öffentlichen Verkehr habe. Und angesichts der immer noch hängigen Einsprachen gegen das Parkhaus Schibenertor gehe sie nicht davon aus, dass ein rechtskräftiger Entscheid bald zu erwarten sei. (dag)

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