TOURISMUS: St.Galler Hotels im Hoch

Noch nie haben in der Stadt so viele Gäste übernachtet wie 2016. Vor allem die Zahl der Schweizer Gäste hat zugenommen. St.Gallen-Bodensee Tourismus sieht sich anhand der Zahlen in ihrer Strategie bestätigt.

Luca Ghiselli
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Im vergangenen Jahr sind mehr Feriengäste aus Korea und Japan nach St.Gallen gereist. (Bild: Coralie Wenger)

Im vergangenen Jahr sind mehr Feriengäste aus Korea und Japan nach St.Gallen gereist. (Bild: Coralie Wenger)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Chinesen, Japaner und Koreaner sollen vermehrt in die Gallusstadt gelockt werden, damit sie hier essen, trinken, übernachten und Eintritt für Sehenswürdigkeiten wie die Stiftsbibliothek bezahlen. Die wichtigsten Märkte für die Tourismusregion bleiben aber die Schweiz und Deutschland: Drei Viertel aller Logiernächte werden von Gästen aus diesen Ländern gebucht. Trotzdem will St. Gallen-Bodensee Tourismus nun schon seit einigen Jahren in neue Märkte vorstossen – insbesondere Fernost ist dabei im Fokus. Obwohl die Tourismusorganisation damit bei Hoteliers und Gastronomen nicht immer auf Wohlwollen stiess, scheint sich das Festhalten an der Asien-Strategie nun auszuzahlen.

Zunahme vor allem dank der Stadt

2016 war für die Tourismusregion ein Rekordjahr. Noch nie konnten so viele Logiernächte – es waren 391128 – verzeichnet werden wie vergangenes Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl Übernachtungen um fast zehn Prozent zu. Dabei fällt auf: Insbesondere Touristen aus der Schweiz sind vermehrt nach St. Gallen gereist (siehe Zweittext). Prozentual am meisten zugenommen hat die Anzahl Gäste aus Japan. 2016 sind 2519 Übernachtungsgäste aus Japan in die Tourismusregion gekommen. Das entspricht einer Zunahme von knapp 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vergangenes Jahr haben ausserdem 784 Südkoreaner in St. Gallen übernachtet – 15 Prozent mehr als noch im Vorjahr. «Die Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Martina Kaiser, Leiterin Kommunikation von St. Gallen-Bodensee Tourismus. Auch das Bestreben, wieder mehr Business-Touristen nach St. Gallen zu holen, scheint zu glücken. Die Anzahl Übernachtungen ist auch hier im Vergleich zum Vorjahr markant gestiegen. «Es lohnt sich, wenn alle am selben Strang ziehen und eine gemeinsame Strategie verfolgen», sagt Kaiser und meint damit die vom Stadtparlament im November verabschiedete Kongressstrategie. Nun gelte es, weitere Schritte in Richtung Kongressstadt St. Gallen zu unternehmen und die nötige Infrastruktur – unter anderem auch neue Hotels – bereitzustellen. Dass die Anzahl Übernachtungen in der Region auf einem neuen Höhepunkt angelangt ist, schreibt Kaiser vor allem einer Zunahme in der Stadt St. Gallen zu. «Gerade in der Stadt verzeichnen wir mehr Übernachtungen.»

Rekordergebnis könnte Trendwende sein

Auch für Michael Vogt, Hoteldirektor des Hotel Einsteins und Vorstandsmitglied des Hoteliervereins, ist das Rekordergebnis 2016 erfreulich. «Besonders in den asiatischen und dem US-amerikanischen Markt ist es uns gelungen, uns besser zu verkaufen», sagt Vogt. Das liege aber auch an der Eigeninitiative der einzelnen Hotels, die eigene Projekte vorantreiben. «In unserem Haus gilt es da beispielsweise die Kooperation mit der HSG zu erwähnen.» Vogt relativiert das Ergebnis aber auch: «Viele Vier-Stern-Häuser haben die Preise gesenkt, was zu Lasten der Drei-Stern-Hotels ging.» Generell ist Vogt überzeugt, dass das positive Ergebnis 2016 eine Trendwende darstellen könnte. Nach Jahren der Stagnation im Tourismusbereich hoffe er, dass sich die Zahlen in den kommenden Jahren weiter steigern können. «Platz haben die Hotels in der Stadt jedenfalls alle genug», sagt Vogt.