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TOURENWAGEN: Zu gross für die Formel 1

Der 20-jährige Fabian Heggli vollzieht den logischen Schritt. Nach einer Karriere als Kartfahrer wechselt der St. Galler in den internationalen Automobilrennsport.
Daniel Good
Fabian Heggli: Rennfahrer und bald Rekrut. (Bild: Mareycke Frehner)

Fabian Heggli: Rennfahrer und bald Rekrut. (Bild: Mareycke Frehner)

Daniel Good

daniel.good

@tagblatt.ch

Fast alle jungen Rennfahrer wollen in die Formel 1. Nicht aber Fabian Heggli. Er misst 1,90 Meter. Das ist zu gross für einen Formel-Rennwagen. Er realisierte es, als er einmal im Formel-4-Auto seines St. Galler Rennfahrerkollegen Lucas Mauron sass. Heggli wusste nicht, wohin mit den Beinen. Im kleinen Kart ging es noch, sagt er. «Wir haben das Gaspedal ganz noch vorne montiert, und den Sitz so weit wie möglich nach hinten versetzt.» Aber Hegglis Karriere als Kartfahrer ist seit Ende 2015 vorbei. Als Erwachsener fasste er andere Ziele ins Auge. Vor einem Jahr setzte er seine Laufbahn in einem bayrischen Tourenwagenrennstall fort.

Es galt für Hüggli zunächst, sich mit Spezialtrainings an das neue Auto zu gewöhnen. «Das war recht einfach», sagt er. «Die Basis ist ja die gleiche. Es war deshalb keine grosse Umstellung. Und ich hatte gute Lehrmeister.» Den Lehrgang, der ihm die Rennfahrerlizenz eintrug, absolvierte Heggli im Autodrom im tschechischen Most. Anschliessend standen Sportfahrertrainings am Wachauring im österreichischen Melk auf dem Programm. Heggli hielt sich abermals gut und erhielt deshalb ein Zertifikat.

Vor vier kapitalen Rennen

So sollte der 20-jährige St. Galler gerüstet sein für die nächsten Herausforderungen auf der Rennstrecke. In bloss vier Wettkämpfen muss er im Frühling zeigen, dass er im Automobilsport eine Zukunft hat. Ende April beteiligt er sich auf dem Hungaroring, wo auch die Formel 1 fährt, erstmals am Chevrolet-Cruze-Eurocup. Das ist eine Rennserie für Einsteiger, an der auch schon andere St. Galler teilnahmen. Die Chevrolets leisten 170 PS. Alle Fahrer sind mit identischen Wagen ausgestattet. «Manche versuchen noch, sich mit einem anderen Reifendruck Vorteile zu verschaffen», sagt Heggli.

Der gesamte Chevrolet-Cruz-Cup umfasst zehn Rennen. Für Heggli endet die Saison aber bereits am 20. Mai in Spielberg in Österreich. Denn bis Ende Juni muss er sich auf die Berufsprüfung als Automechatroniker konzentrieren. Danach geht er nach Thun in die Rekrutenschule. Deshalb muss Heggli in den vier Saisonrennen mit dem Chevrolet schnell sein und trotzdem sicher ins Ziel kommen. Nur mit starken Leistungen und Klassierungen in den Punkterängen kann er sich in diesem Frühling für weitere Aufgaben im Cockpit empfehlen. Denn 2019 will er die ganze Saison bestreiten und um den Titel mitfahren. «Wenn ich unter die ersten fünf komme, sieht es nicht schlecht aus für die kommende Saison. Dazu muss ich aber unbedingt die Zielflagge sehen», sagt Heggli.

Um in den kapitalen Rennen des Frühlings eine gute Falle zu machen, sind auch Tests geplant. Eigentlich waren Probefahrten in Barcelona vorgesehen gewesen. Nun geht es aber nach Most. «Barcelona wäre früher gewesen. Die Tests in Tschechien sind näher am Rennen auf dem Hungaroring», sagt der Rennfahrer.

Die Familie muss in die Tasche greifen

Schwere Unfälle sind relativ selten im Chevrolet-Cruze-Eurocup. Es gibt höchstens die eine oder andere Berührung. Zusätzlich zum Startgeld können die Fahrer eine Risikoversicherung abschliessen, die für Schäden an den Rennwagen aufkommt. Denn gekämpft wird um jeden Zentimeter. Fast alle Piloten in der Einsteigerklasse wollen sich empfehlen für prestigeträchtigere Rennserien. Die meisten Teilnehmer am Chevrolet-Cruze-Eurocup sind angehende Profis. Oder sie träumen zumindest davon, einmal vom Rennfahren leben zu können.

Motorsport kostet eine Stange Geld. Deshalb hofft Heggli, mit guten Resultaten weitere Sponsoren zu finden. Für die anstehenden Testfahrten muss auch die Familie in die Tasche greifen. Manager ist einstweilen noch der Vater. Das könnte sich einmal ändern. Denn die Karriere auf den Rennpisten soll noch lange nicht zu Ende sein. An den 24 Stunden von Le Mans – der Formel 1 des Tourenwagensports – will Heggli einmal starten. Da ist die Körpergrösse von untergeordneter Bedeutung.

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