TOTE IM ALTERSHEIM: Keine echte Grippe, sondern grippale Infekte

RORSCHACH. Die Häufung von Todesfällen im Altersheim der Stadt Rorschach – seit Freitag sind dort sechs hochbetagte Menschen verstorben (im Tagblatt von gestern) – hat für Schlagzeilen gesorgt.

Rudolf Hirtl
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Im Altersheim in Rorschach sind sechs Menschen gestorben. Es handelte sich aber nicht um eine echte Grippe. (Archivbild: Keystone)

Im Altersheim in Rorschach sind sechs Menschen gestorben. Es handelte sich aber nicht um eine echte Grippe. (Archivbild: Keystone)

«Grippe tötet fünf Altersheim-Bewohner» oder «Grippewelle im Altersheim» war unter anderem in Schweizer Zeitungen zu lesen. Die «Grippetoten» waren aber auch in ausländischen Medien Thema; «Schwäbische Zeitung», «Südkurier» oder etwa das Rhein-Neckar-Fernsehen haben sich dem Thema angenommen.

Keine echte Grippe

Zum Ärger von Kantonsarzt Markus Betschart werden die Todesfälle in sämtlichen Medienberichten mit der echten Grippe in Verbindung gebracht, was schlicht und einfach falsch sei. Nach seinem Wissensstand sei bei einigen der Todesfälle ein grippaler Infekt eine der begleitenden Ursachen gewesen, an echter Grippe sei im Altersheim aber niemand erkrankt.

Auch hätten ihm Allgemeinmediziner in Rorschach bestätigt, dass aktuell keine Fälle von echter Grippe zu verzeichnen seien. Zu derartigen Falschmeldungen kommt es laut Betschart immer wieder, weil zwischen Erkältung (grippaler Infekt) und Grippe im alltäglichen Sprachgebrauch oft nicht unterschieden werden, da die Symptome auf den ersten Blick ähnlich sind.

Doch werden die Erkrankungen von unterschiedlichen Erregern verursacht und sind auch in ihrer Ausprägung unterschiedlich.

Impfung ist empfehlenswert

Typisch für die echte Grippe (Influenza) ist ein heftiger Beginn. Aus völligem Wohlbefinden heraus treten Fieber, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schweissausbrüche und massive Erschöpfung auf.

Im Gegensatz dazu verläuft der grippale Infekt, der sich in der Regel mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen bemerkbar macht, meist «harmloser». Normalerweise klingt eine Erkältung nach einigen Tagen wieder ab. Eine Schutzimpfung gegen den grippalen Infekt ist aufgrund der Vielzahl von Viren nicht möglich. Gegen die echte Grippe kann hingegen geimpft werden, wobei die Impfung jährlich wiederholt werden sollte, da sich Grippeviren ständig verändern.

Kantonsarzt Betschart empfiehlt eine Impfung insbesondere auch älteren Menschen, da deren Immunsystem nicht mehr so leistungsfähig wie in jungen Jahren ist und die Impfung als Schutzmassnahme lebensrettend sein könne.

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