Tontechniker und Komponist

Der Kanton unterstützt die Musical-Oper «Raum 66: Notfälle» mit einem Beitrag. Christoph Schnell hat sie komponiert und produziert sie zum 15jährigen Bestehen seines Ton- und Filmstudios Umea in Goldach mit Profis und einem Verein.

Fritz Bichsel
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Christoph Schnell in seinem Ton- und Filmstudio Umea in Goldach. (Bild: Fritz Bichsel)

Christoph Schnell in seinem Ton- und Filmstudio Umea in Goldach. (Bild: Fritz Bichsel)

GOLDACH. Christoph Schnell ist sowohl musikalischer als auch technischer Tonkünstler. Er studierte Musik und Kunst, spielte Violine und Klavier, befasste sich schon früh auch mit elektronischer Musik. An der Universität Zürich promovierte er als Dr. phil. mit «Computer und Musik», an Universitäten bis in die USA war er Dozent. Ebenso intensiv bildete er sich als Informatiker aus. Dieser unüblichen Verbindung von Kunst und Elektronik blieb er treu – als Gründer und Inhaber des Studios Umea in Goldach und gleichzeitig Komponist von Werken für Streichorchester, sinfonische Orchester oder elektronische Instrumente und Computer; ebenso seit Jahren als Dozent für Musikwissenschaft und Informatik an der Universität St. Gallen.

Musik, Theater und Elektronik

Eine unübliche Mischung ist auch sein Werk zum 15jährigen Bestehen seines Ton- und Filmstudios. «Raum 66: Notfälle» zum Geschehen in einem Spital verbindet Sprechtheater und Operette, Volkslied und Rap, Oper und Musical, Kammerensemble und elektronische Instrumente, Tragödie und Komödie. «Interessant und angenehm verrückt» sei das, schreibt ein Besucher der Homepage. «Ziel ist etwas Ungewohntes, ein neues Musikgenre», sagt der Komponist. «Ich begann wie vor einem blanken Bildschirm: alles erlaubt, kein Schema und keine Kategorie vorgegeben.» Dabei ist für Christoph Schnell aber unabdingbar, dass er einbringt, was er von der Pike auf gelernt hat: «Wer zum Beispiel nicht Klavier spielt, kann zwar ein Werk für Klavier schreiben, aber keines für Pianisten. Dasselbe gilt trotz Computer auch im 21. Jahrhundert bei Kompositionen für elektronische Instrumente.»

Lebenslange Faszination

Die Grundlage für Musik schaffen, selber musizieren, Musik festhalten und weiterverbreiten mit Hilfe von Technik: All das faszinierte Schnell von klein an. Sein erstes Stück schrieb der heute 57-Jährige bereits als Zehnjähriger. Mit Aufnahmegerät war er bereits als Jugendlicher unterwegs – wenn zum Beispiel in der evangelischen Kirche Rorschach ein klassisches Konzert geboten wurde. Beides entwickelte er weiter bis zu Musikwissenschaft und Computertechnik. Und als Ende der 1980er-Jahre Multimedia aufkam, nutzte er neue Möglichkeiten, Elemente zu verbinden als Techniker, Musiker und Komponist. In der beruflichen Haupttätigkeit wechselte er 1997 vom angestellten Projektleiter für Informatik zum selbständigen Tontechniker mit dem eigenen Tonstudio Umea (United Media Artists).

International und regional

Unterschiedlichste Musiker beauftragen Umea mit der Produktion von Tonträgern, ob im Studio oder mit Liveaufnahmen bei Konzerten: Kammer- und Sinfonieorchester, Chöre und international renommierte Solisten, aber auch Bands und Musikvereine aus der Region. Das hat sich ausgedehnt auf Filmaufnahmen ebenfalls mit Schwerpunkt Musik. Umea produziert aber auch Radio- und Fernsehspots oder Firmenporträts und weiteres auf Video oder Blu-ray. Das Studio betreut Christoph Schnell allein; für eine Produktion bildet er jeweils ein Team aus Fachkräften, die ebenfalls hoch professionell und mit neuster Technik arbeiten.