Toleranz statt Repression

Frage von Etrit Hasler (SP): Es scheint derzeit in der Stadt ein harter Kampf um den öffentlichen Raum geführt zu werden: Jugendliche werden mit unüberlegten Polizeieinsätzen vom Bohl verjagt, wer nicht ins Stadtbild passt, wird weggewiesen. Wie würden Sie diese Entwicklung stoppen?

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Yvonne Joos Stadtparlamentskandidatin PFG (Bild: Quelle)

Yvonne Joos Stadtparlamentskandidatin PFG (Bild: Quelle)

Frage von Etrit Hasler (SP): Es scheint derzeit in der Stadt ein harter Kampf um den öffentlichen Raum geführt zu werden: Jugendliche werden mit unüberlegten Polizeieinsätzen vom Bohl verjagt, wer nicht ins Stadtbild passt, wird weggewiesen. Wie würden Sie diese Entwicklung stoppen?

Yvonne Joos (PFG):

Die Frage, was im öffentlichen Raum erlaubt sein soll und was nicht, ist omnipräsent. St. Gallen ist eine Stadt und möchte auch als solche wertgeschätzt werden. In einer Stadt treffen naturgemäss viele verschiedene Menschen, Kulturen, Lebensstile und Interessen aufeinander. Zu gewährleisten, dass alle diese Menschen mit ihren Interessen in der Stadt Platz haben und sich hier wohlfühlen, ist eine Herausforderung – die mit Respekt und gegenseitiger Toleranz angegangen werden sollte. Ausschluss, Repression und Gewalt sind sicher die falschen Mittel, um ein friedliches Mit- und Nebeneinander im öffentlichen Raum sicherzustellen. Dass Jugendliche bisweilen nichts Schlaueres zu tun wissen, als sich in der Öffentlichkeit zu betrinken, sollte uns zu denken geben. Es ist die Aufgabe einer Gesellschaft, Kindern und Jugendlichen echte Chancen sowie fordernde und fördernde Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu bieten – und mit phantasievoller aufsuchender Sozialarbeit korrigierend einzugreifen, wo die Dinge schieflaufen. Um solche Probleme zu lösen, brauchen wir nicht Polizei und Gewalt, sondern Beziehungen und Alternativen zum konsumorientierten Mainstream.

Frage an Debora Buess (Junge Grüne): Noch immer ist die «Ernährung der Familie» primär Männer- und die Erziehung der Kinder primär Frauensache. Wie kann die Stadt die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowohl in der Erwerbs- als auch in der Haus- und Erziehungsarbeit fördern?

Vor den Stadtparlamentswahlen kommen im Tagblatt Kandidierende zu Wort. Sie beantworten in Form einer Stafette Fragen, die ihnen andere Kandidaten stellen.