Töne aus der Ferne

GOSSAU/ABTWIL. Das Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil wagt sich an fremde Töne heran. Neben einer Fotoausstellung lassen die 16 Sänger am 18. April mongolische Klänge in ihre Stücke einfliessen.

Manuela Bruhin
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Das Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil übt in der Jurte beim Fürstenlandsaal in Gossau ein mongolisches Lied. (Bild: Michel Canonica)

Das Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil übt in der Jurte beim Fürstenlandsaal in Gossau ein mongolisches Lied. (Bild: Michel Canonica)

Es ist nasskalt an diesem Abend, als das Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil zur Medienkonferenz in eine Jurte, also ein Zelt aus der Mongolei, einlädt. Der Wind pfeift durch jede Ritze, die Abdeckung schützt jedoch immerhin vor dem Regen. «Das hier ist noch gar nichts im Vergleich zu den Temperaturen dort», lacht Christian Manser, musikalischer Leiter des Vereins.

Jurte im Wind

Bis zum 23. April zeigt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza in der besagten Jurte neben dem Fürstenlandsaal in Gossau die Fotoausstellung «Aaruul und Justistaler». An den Wänden der Jurte sind viele Bildstücke zu sehen, die die Unterschiede wie auch die Gemeinsamkeiten zwischen der Mongolei und der Schweiz aufzeigen. Viele Informationen über die Ernährung, die Umgebung oder das gesellschaftliche Leben warten auf die Besucher. Die Jurte während des stürmischen Wetters überhaupt aufzustellen, war gar nicht so einfach, wie Raya Schifferle vom Deza verrät. Es habe an ein mongolisches Sprichwort erinnert: Mit einer Hand lässt sich kein Knoten binden.

Internationale Zusammenarbeit

Auch dem Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil hat es die Mongolei angetan. Am Samstag, 18. April, findet die Jodler-Unterhaltung im Fürstenlandsaal Gossau statt. Mit ihrer ganz speziellen Musik wird die mongolische Gruppe Domog auftreten – und gleichzeitig geben die Mitglieder des Jodelchörlis ein mongolisches Lied zum Besten. Die internationale Zusammenarbeit entstand durch Christian Manser. Schon seit einigen Jahren interessiert er sich für die Mongolei, bereiste das Land schon mehrere Male. Zusammen mit dem Chorpräsidenten Herbert Hollenstein kam man schliesslich auf die Idee, eine Chorreise in die Mongolei zu unternehmen. Das war im Sommer 2014. Die Mitglieder erfuhren vieles aus deren Kultur, über das Land und die Menschen. Auch traten sie zusammen mit der Gruppe Domog auf. «Sie spielen beispielsweise mit einer Pferdekopfgeige, die quasi den Wind der Steppe überträgt», schwärmt Manser. Ausserdem beherrschen die Sänger den Kehlkopfgesang.

Schwierige Planungsphase

Aus einer Festlaune heraus entstand schliesslich die Idee, auch ein Konzert in der Schweiz abzuhalten. Die Planungsarbeiten seien herausfordernd – mit den Mongolen könne man nicht so lange im voraus etwas festlegen. Doch inzwischen gehören diese Hindernisse der Vergangenheit an. In der Mongolei wird fleissig ein schweizerisches Musiklied einstudiert, während das Jodelchörli ein mongolisches Lied übt. «Eine wirklich schwierige Sprache», erklärt Manser mit einem Augenzwinkern. Aber man habe ja noch einige Tage Zeit. Zeit, die auch im Hinblick auf ein Visum für die Mongolen nötig sein wird. Denn bis anhin wurde ein solches für die Einreise noch nicht ausgestellt. Manser: «Wir sind zuversichtlich, dass alles klappt.» Man freue sich sehr darauf, den Zuschauern die musikalischen und vielseitigen Höhepunkte zu präsentieren. Das Konzert findet am Samstag, 18. April, um 19.30 Uhr, im Fürstenlandsaal statt. Zwischen 17 und 19 Uhr wird Felix Fellmann vom Deza über seine Erfahrungen berichten.

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