Töff-Rowdy beschimpft Kritiker als "Büäblifigger"

RHEINECK. Zuerst sorgte ein Rheinecker mit einem Youtube-Video für Aufruhr, das seine Flucht vor der Polizei und seine Verhaftung zeigt. Jetzt beleidigt er auf Facebook einen seiner Kritiker, einen Zürcher Beamten, aufs Übelste.

Daniel Walt
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Der umstrittene Facebook-Beitrag des Rheintaler Rasers - geschwärzt der Adressat des Postings. (Bild: Screenshot Facebook)

Der umstrittene Facebook-Beitrag des Rheintaler Rasers - geschwärzt der Adressat des Postings. (Bild: Screenshot Facebook)

"Du huere Chrüppel!" und "Ich mach di kaputt": So wurde ein Rheintaler nach seiner halsbrecherischen Flucht vor der Polizei bei der Verhaftung von Beamten der St.Galler Stadtpolizei beschimpft. Die Szenen wurden publik, weil der Mann seine Fahrt von Rorschach in Richtung St.Gallen und die Verhaftung mit einer Helmkamera aufgenommen hatte. Das entsprechende Video tauchte dieser Tage auf Youtube auf und sorgte national für Schlagzeilen. Nun legt der Rheintaler nach – und beleidigt auf Facebook einen Mann, der ihn zuvor ebenfalls auf dem sozialen Netzwerk verbal angegriffen hatte.

"Du bist hier der Dummschwätzer"
"Du lässt dich vom Vater Staat für deinen Job gut bezahlen und bist genau sicher ein solcher linker Sozi vom Beamten, die ich meine", schreibt der Rheintaler Töff-Rowdy wörtlich auf seinem für jedermann einsehbaren Facebook-Profil. Zuvor hatte ihn der Zürcher Kritiker seinerseits als "irrsinnigen Raser", "Löli" und "bireweich" bezeichnet sowie ihn in Anspielung auf eine US- Filmkomödie "Dummschwätzer" genannt. Auf Facebook gibt der Töfffahrer aus Rheineck zurück: "Du bist hier der Dummschwätzer, und sicher bist du auch ein Büäblifigger." Leute wie sein Kritiker gehörten eingesperrt, findet der Rheintaler und schreibt unter Bezugnahme auf den Beruf des Mannes, der bei der Stadt Zürich arbeitet, es sollte verboten werden, dass solche Leute ihren Lohn vom Steuerzahler erhielten.

Der umstrittene Facebook-Beitrag des Rheintaler Rasers - geschwärzt der Adressat des Postings. (Bild: Screenshot Facebook)

Der umstrittene Facebook-Beitrag des Rheintaler Rasers - geschwärzt der Adressat des Postings. (Bild: Screenshot Facebook)



"Wie man in den Wald ruft…"
Auf Anfrage von Tagblatt Online erklärte der für seinen Tempoexzess bekannt gewordene Töfffahrer aus dem Rheintal, er störe sich nicht daran, wenn jemand seine Meinung über ihn kundtue - sofern das nicht unter der Gürtellinie passiere. "Ich habe Mühe damit, wenn mich Menschen aufs Übelste beleidigen, die mich nicht einmal kennen", sagt er. Auch er könne jene Leute beleidigen, die ihn öffentlich an den Pranger stellten – "wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück", sagt er. Er rechne damit, dass er wegen der Angelegenheit noch angezeigt werde. "Doch das ist mir egal. Darauf kommt es nun wirklich nicht mehr an", so der Mann.

"Ich war sprachlos"
Auf Anfrage erklärte der vom Rheintaler Töfffahrer beleidigte Mann, er sei sich von seinem Job bei einem Zürcher Betreibungsamt her allerhand gewohnt. Als er den Vorwurf der Pädophilie gelesen habe, sei er aber zuerst einmal sprachlos gewesen. Zu seiner eigenen Wortwahl auf Facebook steht der Mann: "Es hat mich aufgeregt, dass in den Augen des Töfffahrers nur die Behörden an seiner Situation schuld sein sollen. Zudem hat mich geärgert, dass seine Frau und sein Sohn angeblich nichts mehr zu essen hatten – für den Töff und den Sprit hat das Geld aber anscheinend gereicht", so der Mann.

Vermutlich keine Anzeige
Auf ein Treffen mit dem Töffpiloten aus dem Rheintal will sich dessen Facebook-Kritiker nicht einlassen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird er ihn aber auch nicht anzeigen. "Das würde mir nichts bringen, ich würde keine Genugtuung darob verspüren. Der Mann hätte nur noch mehr Probleme als jetzt schon", hält er fest. Der Töfffahrer tue ihm auf eine gewisse Art sogar leid – "wobei es einfach nicht sein darf, dass man seine Probleme mit einer Wahnsinnsfahrt auf dem Töff zu lösen versucht, bei der Menschenleben gefährdet werden. Wo kämen wir hin, wenn alle so handeln würden?", fragt er.