Tödlicher Geldsegen

RORSCHACH. Das Rorschacher Theater Sinnflut bringt die irische Komödie «Lang lebe Ned Devine» auf die Bühne. Im Februar 2012 sind neun Vorstellungen in der Aula der Fachhochschule zu sehen. Erstmals können Tickets im Internet gebucht werden.

Lea Müller
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Bereiten das «Sinnflut»-Theaterspektakel vor: Hinten, von links: Daniel Staub, Bühnenbild; Urs Gnädinger, Infrastruktur; Kristin Ludin, Regie; Cécile Kleger, Finanzen; Guido Etterlin, OK-Präsident; Regula Bolliger, FHS St. Gallen. Vorne: Andreas Butz und Stephanie Christ, Marketing. (Bild: Lea Müller)

Bereiten das «Sinnflut»-Theaterspektakel vor: Hinten, von links: Daniel Staub, Bühnenbild; Urs Gnädinger, Infrastruktur; Kristin Ludin, Regie; Cécile Kleger, Finanzen; Guido Etterlin, OK-Präsident; Regula Bolliger, FHS St. Gallen. Vorne: Andreas Butz und Stephanie Christ, Marketing. (Bild: Lea Müller)

RORSCHACH. Eigentlich höchste Zeit für das Rorschacher Theater Sinnflut: Alle zwei Jahre im Spätherbst lädt es zu Aufführungen an einem ungewöhnlichen Spielort. Doch diesmal ist manches anders. Der Vorhang geht erst im Februar auf. Grund dafür ist der Spielort in der Aula der Fachhochschule St. Gallen (FHS) in Rorschach. Damit der Unterricht nicht gestört wird, beginnen die Vorstellungen kurz vor dem Frühlingssemester. «Für uns geht ein Wunsch in Erfüllung», sagt OK-Präsident Guido Etterlin. Da die FHS bald nach St. Gallen umziehen und das Gebäude abgebrochen werde, hätten Theaterfreunde eine letzte Chance, einen Kulturanlass in den ehemaligen Industriehallen der Alcan zu besuchen.

Das Lottoglück schlägt zu

Auf der Bühne wird es um Geld gehen. Um viel Geld genaugenommen. Regisseurin Kristin Ludin, die seit zwölf Jahren mitwirkt, hat aus den Drehbüchern zum Film «Lang lebe Ned Devine» von Kirk Jones eine neue Theaterfassung geschrieben. In der kleinen irischen Ortschaft Tully More hat das Lottoglück mit voller Wucht zugeschlagen. Just in diesem glücklichen Moment segnet Gewinner Ned Devine das Zeitliche. Bevor die Lottomillionen zurück in den Jackpot fliessen, müssen die beiden Spitzbuben Jackie und Michael schnell handeln. Kurzerhand «erwecken» sie den verstorbenen Multimillionär zu neuem Leben. In ihrer Euphorie vergessen sie aber die eine oder andere Kleinigkeit. Das Dorf steht kopf.

«Die Geschichte ist witzig erzählt, mit der typisch irischen Mischung aus schwarzem Humor und etwas Melancholie», sagt Regisseurin Kristin Ludin. Ihr Anspruch sei ein fröhlicher, leichter Theaterabend. Umrahmt wird er von Philipp Untersee und Nina Rechsteiner-Specker mit irischer Musik. Die Theatergruppe wurde für die neue Produktion vergrössert. Fünf Schauspieler – Walter Graf, Bruno Gschwend, Alois Ruch, Cornelia Truniger und Sophie Windler – sind neu im Team.

Aus Freude an der Sache

Das Rorschacher Theater Sinnflut ist seit mehr als 25 Jahren aktiv. Die Schauspielerinnen und Schauspieler engagieren sich alle ehrenamtlich. Auch vor und hinter der Bühne wirken Helfer aus Freude an der Sache mit. Dennoch ist es für das Theater Sinnflut jedes Jahr schwierig, den Aufwand von etwa 80 000 Franken zu decken. Ohne Sponsoren wäre dies nicht möglich. Laut Guido Etterlin müssen die Ticketpreise leicht erhöht werden, weil durch das neue Reservationssystem (siehe Kasten) Mehrkosten entstehen. Erstmals wird ausserdem nicht mit Plakaten geworben, sondern mit einem Postversand.

Von Pub zu Pub

Nicht nur die Bühne wird sich im Februar in ein irisches Pub verwandeln. Auch im Gastrobetrieb in der FHS-Cafeteria erwartet das Theaterpublikum irische Stimmung und originales Guinness-Bier. Vor und nach den Vorstellungen ist die Bar geöffnet. Doch bis es so weit ist, muss sich das Publikum noch gedulden. Den Schauspielern stehen noch intensive Proben bevor. Wöchentlich treffen sie sich für drei Stunden, zusätzlich an Wochenenden. Die Premiere ist am 9. Februar.