Tödliche Fehldiagnose wird Thema im Kantonsparlament

Die tödliche Fehldiagnose am Spital Wil wird zum Thema im St.Galler Kantonsrat. Per Interpellation will Kantonsrätin Verena Frick (SVP) unter anderem wissen, weshalb die Chefärztin Gynäkologie trotz Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung im Amt bleiben kann.

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Zugang zum Spital Wil. (Bild: Urs Jaudas)

Zugang zum Spital Wil. (Bild: Urs Jaudas)

Der Kantonsrat habe die Oberaufsicht über die stationäre Gesundheitsversorgung, sei jedoch nicht über den Fall Wil informiert worden, heisst es in der am Dienstag eingereichten Interpellation. Die Interpellanten wollen wissen, ob es weitere laufende Verfahren gebe, über die der Kantonsrat (noch) nicht informiert worden sei.

Weitere Fragen gestellt werden zu den Kosten für den Coach der Chefärtin, zum Imageschaden fürs Spital Wil und zur Informationspolitik der Departementsvorsteherin.

Chefärztin verurteilt
Im Jahr 2007 starb im Spital Wil eine 34-jährige Frau nach der Totgeburt ihres achten Kindes. Sie war nach einem Riss der Gebärmutter verblutet.

Das Kreisgericht Wil sprach die Gynäkologie-Chefärztin im Juni der fahrlässigen Tötung schuldig. Es kam zum Schluss, dass eine Fehldiagnose der Chefärztin zum Tod der Frau geführt hatte. Drei weitere Ärzte wurden im August vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. (sda)