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TIERWELT: Neue Schwarzkittel kommen bald

Seit Anfang Dezember ist das Wildschweingehege im Wildpark Peter und Paul leer. Lange müssen die Besucher aber nicht auf eine neue Rotte warten.
Laura Widmer
Ab Februar sollen im Wildpark Peter und Paul wieder Wildschweine einziehen. (Bild: Hanspeter Schiess (20. Februar 2014))

Ab Februar sollen im Wildpark Peter und Paul wieder Wildschweine einziehen. (Bild: Hanspeter Schiess (20. Februar 2014))

Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch

Gämsen und Steinböcke, die in den Felsen der Anlage klettern, Luchse, die durchs Unterholz schleichen, verschiedene Hirscharten, die auf offener Wiese grasen: Der 1892 eröffnete Wildpark Peter und Paul in Rotmonten ist ein Anziehungspunkt der Stadt. Ein Tier jedoch ist seit Dezember nicht mehr in seinem Gehege auszumachen, solange man auch sucht: Die Wildschweine sind verschwunden.

Die Wildschweine, die bis Dezember im Gehege suhlten, sind nicht mehr am Leben. Das liegt jedoch nicht daran, dass sie keine Jungen mehr bekamen. Die Tiere waren schlicht zu alt. «In Absprache mit dem Tierarzt wurde entschieden, dass es für die Tiere das Beste ist», sagt Parkwärterin Regula Signer. Auch der Gesundheitszustand der Wildschweine habe zu diesem Entschluss beigetragen. Die nötig gewordene Sanierung des Geheges sei ebenfalls angestanden, und so sei eins zum anderen gekommen.

«Natürlich sieht man gerne Tierbabys»

Haben Pandas in Zoos oder Tierparks Mühe mit der Reproduktion, wird gerne nachgeholfen. Mit Aufklärungsvideos versuchen Tierpfleger, den schwarz-weissen Bären die Fortpflanzung näher zu bringen. Ähnliches versucht man im Wildtierpark Peter und Paul nicht. «Wir möchten nicht in die Natur reinpfuschen», sagt Regula Signer. Wieso es bei den Wildschweinen keine Jungen mehr gab, könne man nicht so leicht beantworten. «Möglicherweise liegt es daran, dass sie zu zweit waren.» Normalerweise leben Wildschweine in Rotten, Gruppen von mehreren ausgewachsenen Tieren, zusammen. Das sei jedoch nur eine Vermutung. Erzwingen wolle man in dieser Hinsicht ohnehin nichts.

«Es ist nicht das Ziel, Jungtiere zu ‹produzieren›», sagt Regula Signer. Der Wildpark lege es nicht darauf an. Die Attraktivität von Jungtieren auf die Besucher kann aber auch die Leiterin des Wildparks nicht absprechen. «Natürlich sieht man gerne Tierbabys.» Auch für die Tiere sei Aufzucht ihrer Jungen ein wichtiger Teil des Lebens, Triebauslebung und Beschäftigung zugleich. Gerade in einem Tierpark, wo keine Gefahren durch Jäger oder Umwelteinflüsse drohen und die Tiere nicht ums Überleben kämpfen müssen.

Nicht alle Jungtiere, die in Zoos und Wildparks zur Welt kommen, bleiben an ihrem Geburtsort. Der Wildpark Peter und Paul befindet sich im Austausch mit verschiedenen europäischen Zoos. Anhand einer Tierliste, die viermal jährlich ausgetauscht wird, wird, können neue Plätze für heranwachsende Tiere gefunden werden. Auf diesen Tierlisten sind die Bestände der teilnehmenden Parks und Zoos erfasst.

Das Gehege bleibt nicht lange leer

Der Wunsch des Wildparks Peter und Paul sei, einheimische Wildtiere zu zeigen und bei den Besuchern das Verständnis für die Tiere zu wecken. «Wir wollen den Menschen die Natur näherbringen.» Wenn man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erleben könne, wachse hoffentlich auch das Bewusstsein für die Umwelt.

Lange müssen Besucher nicht auf Wiederbesiedelung des Geheges warten: Bereits ab Februar sind wieder Wildschweine zu beobachten. Zwei Bachen und ein Keiler werden die neue Rotte bilden. Hoffnung auf baldigen Nachwuchs bei den Wildschweinen besteht also auch weiterhin.

Arterhaltung und Auswilderung

Viele Zoos und Wildparks beteiligen sich an Erhaltungszuchtprogrammen. Das Ziel solcher Programme ist die gezielte und koordinierte Zucht von in Zoos gehaltenen Tierarten. In Europa werden diese durch den Europäischen Zooverband (EAZA) koordiniert. Das ursprüngliche Ziel solcher Programme war, diese Tierarten auch ohne weiteren Erwerb von Wildfängen dauerhaft mit ausreichender genetischer Diversität in den Zoos zu erhalten. Seit einigen Jahren verschiebt sich der Schwerpunkt hin zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten aus Artenschutz-Gründen. Im besten Fall führt ein Erhaltungszuchtprogramm dazu, dass sich in den Zoos eine gesunde, sich selbsterhaltende Population entwickelt und zusätzlich Tiere wieder ausgewildert werden können, um die wild lebenden Populationen zu unterstützen oder neu aufzubauen. (lw)

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