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TIERSCHUTZ: Schnurrli darf mit ins Altersheim

Immer mehr Altersheime in der Region erlauben den Bewohnern, ein Tier zu halten oder schaffen selber Haustiere an. Geissen, Büsis oder Goldfische bereichern das Leben der Senioren. Es braucht aber Regeln.
Jolanda Riedener
Abwechslung im Alltag, Förderung der Kommunikation und Beruhigung von Demenzkranken sind positive Effekte von Haustieren. (Bild: Getty)

Abwechslung im Alltag, Förderung der Kommunikation und Beruhigung von Demenzkranken sind positive Effekte von Haustieren. (Bild: Getty)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Keine Seltenheit: Immer mehr Altersheime erlauben Bewohnerinnen und Bewohnern, Tiere mitzubringen. Regelmässiger Kontakt mit Tieren tut Betagten gut. Manche Heime halten trotz Mehraufwand sogar selber Haustiere, insbesondere Katzen oder Fische. Gemäss einer Umfrage des Schweizer Tierschutzes leben gar in 82 Prozent der befragten Institutionen eigene Tiere oder solche von Bewohnerinnen oder Bewohnern. Auch in der Region Rorschach finden Tiere ein Zuhause in den Altersheimen.

Im Haus zum Seeblick in Rorschacherberg ist es den Bewohnern möglich, ihre eigenen Tiere mitzubringen. Drei Bewohner halten Katzen. «Wir haben auch zwei hauseigene Katzen angeschafft», sagt Geschäftsführer Hans Rudolf Dürst. Eine der beiden sei mittlerweile aber verstorben. Die Heimbewohner würden die Büsis schätzen. «Sie geniessen es, ihr Fell zu streicheln», sagt Dürst. Viele Bewohner seien auch von früher an Haustiere gewöhnt und würden sich freuen, wieder in der Nähe eines Tieres zu sein.

Andererseits bedeute das Halten von Katzen auch Mehraufwand, schliesslich müsse das Klo täglich gereinigt und die Vierbeiner auch medizinisch betreut werden. «Damit die Bewohner ihr Tier mitbringen können, muss dessen Betreuung vertraglich geregelt sein», sagt Dürst. Schliesslich sei es möglich, dass der Besitzer plötzlich nicht mehr verfügbar ist, etwa wegen eines Todesfalls oder Spitalaufenthalts.

Haarallergien sprechen für Fisch und Vogel

Im Seniorenzentrum Horn entscheidet man individuell, falls Bewohner ihr Haustier mitbringen möchten. «Wegen der Nähe zur Strasse kommen Katzen nicht in Frage», sagt Heimleiter Kurt Schmid. Ausserdem gebe es auch Bewohner, die auf Katzenhaare allergisch reagieren. Anfragen bezüglich der Haltung von Hunden hatte er bisher nicht. Bewohner hätten aber auch schon Fische oder Kanarienvögel mit ins Heim gebracht. «Generell haben wir wenig Anfragen von Bewohnern, die ein Haustier halten möchten», sagt Schmid. Das Seniorenzentrum Horn hält dafür aber Goldfische, an denen sich die Bewohner erfreuen: «Ihnen zuzuschauen, beruhigt.»

Im Seniorenzentrum La Vita in Goldach haben Bewohner auch schon Hunde, Katzen oder Vögel gehalten. «Die Bedingung ist, dass sich die Bewohner selber um ihr Haustier kümmern», sagt Heimleiter Martin Domigall. Die Tiere seien sehr willkommen, da sie Lebendigkeit ins Haus bringen. Das Pflegepersonal könne sich aber nicht auch noch um die Haustiere kümmern.

La-Vita-Umbau war zu viel für die Katzen

Vor dem Umbau des La Vita hat man auch in Goldach zwei Heimkatzen gehalten. Während der Umbauarbeiten war die Belastung für die Tiere jedoch zu gross, weshalb man ein anderes Zuhause für das Katzenpaar gesucht habe. «Wir müssen dem Tier gerecht werden», sagt Domigall. Schliesslich habe man den Tieren gegenüber eine Verantwortung zu tragen.

Auch das Altersheim der Stadt Rorschach hält zwei Heimkatzen, die auf die Namen Beckham und Tiger hören. Ausserdem sind im Garten des Heims an der Promenadenstrasse zwei Zwergziegen zu Hause. Man begrüsse das Halten von Haustieren, weil sie einen beglückenden Einfluss auf die betagten Bewohner haben, heisst es im Reglement des Altersheims.

Nach Absprache mit dem Heim könnten die Bewohner auch eigene Haustiere halten, um die Tiere müssen sie sich aber selber kümmern. Und auch in Rorschach muss der Verbleib des Tieres vertraglich geregelt sein, für den Fall, dass sich die Bewohner irgendwann nicht mehr um ihr Tier kümmern können.

Dass viele Heime Tiere halten oder die Tierhaltung der Bewohner erlauben, ist für den Schweizer Tierschutz erfreulich, heisst es in einer Mitteilung. Freude, Abwechslung im Alltag, Förderung von Kontakten und Kommunikation unter den Menschen aber auch die Beruhigung von dementen Personen und die Motivation zur Bewegung würden sich positiv auf das Ambiente im Heim auswirken. Die Fachstelle Grizzly des Schweizer Tierschutzes bietet insbesondere Hilfe bei Fragen und Problemen an, sowohl für Heime als auch für Seniorinnen oder Senioren.

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