Tierärztin, Weinkenner und Vollgeld

Vor einem Jahr erst hat die St. Gallerin Julika Fitzi das Präsidium der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) übernommen.

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Tierärztin Julika Fitzi (St. Gallen).

Tierärztin Julika Fitzi (St. Gallen).

Vor einem Jahr erst hat die St. Gallerin Julika Fitzi das Präsidium der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) übernommen. Die Wahl war insofern aussergewöhnlich, als die Tierärztin mit Praxis im Westen der Stadt diese Herausforderung just zum 200jährigen Bestehen der Gesellschaft übernahm. Mehr noch: Sie war die erste Frau, welche die Organisation je leiten durfte. Da wäre doch zum Jahreswechsel ein schönes Porträt mit erster Bilanz fällig. Bei der Recherche stellte sich rasch heraus, dass Julika Fitzi per Ende Dezember nicht mehr im Amt war. Die Gesellschaft attestierte ihr im Internet zwar «engagierte Tätigkeit». Aber schliesslich habe die Zusammenarbeit auf zu vielen Ebenen nicht funktioniert, sagt Julika Fitzi. Bleibt ein Verdacht: Waren 200 Jahre Männerherrschaft doch etwas zu lange? (th)

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Unlängst wurde ihm das Ladenschild abmontiert. Mittlerweile prangt an der Poststrasse ein neues an der Fassade. Dass jemand so etwas stiehlt, lässt auf eine tiefe Verbundenheit mit der entsprechenden Marke schliessen. Und offenbar gefällt eben auch das neue Logo, das sich die Weinhandlung Martel vor kurzem gegeben hat. Diesen Schluss muss auch Jan Martel aus dem dreisten Diebstahl gezogen haben. Er führt das St. Galler Traditionsgeschäft in fünfter Generation, hat prompt expandiert und vor kurzem die auf Burgunderweine spezialisierte Wattwiler Hans Müller Weinhandlung übernommen. Und es gibt Anzeichen, dass eine nächste Akquisition kurz bevorstehen könnte: Auf Facebook hat Weinhändler Martel nämlich Mövenpick-Weine «gelikt»: Martel, Müller, Mövenpick – ein hübscher Dreiklang. (an.)

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Die für einmal ausbleibende Ausschüttung der Nationalbank an Bund und Kantone ruft auch den ehemaligen Leiter des Stadtsanktgaller Finanzamts auf den Plan. Reinhold Harringer, als Vater der Fünfzig-Franken-Gutscheine in die jüngere Stadtgeschichte eingegangen, weibelt in einem Leserbrief in dieser Zeitung für die geplante Volksinitiative zur Vollgeldreform. Die fehlenden Nationalbank-Millionen zeigten einmal mehr, wie fragwürdig unsere Geldverfassung sei, schreibt Harringer. Schwere Kost allerdings, diese Vollgeldreform! Ungleich einfacher war es da, die Fünfzig-Franken-Gutscheine unters Volk zu bringen. Anno 2009 , als die Stadt noch im Geld schwamm und «Fit13plus» höchstens in Reinhold Harringers kühnsten Albträumen vorkam. (gel)

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