TICKETKAUF: Billettautomaten verschwinden

Zwischen Rorschach und Heiden sind Zugbillette ab Herbst im Zug zu kaufen. Ein moderner, bahninterner Billettautomat soll zukünftig alte, stationäre Billettautomaten ersetzen – und viel Geld sparen.

Christina Vaccaro
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An kleinen Haltestellen werden Automaten nicht mehr ersetzt. (Bild: PD)

An kleinen Haltestellen werden Automaten nicht mehr ersetzt. (Bild: PD)

Christina Vaccaro

christina.vaccaro@tagblatt.ch

Sie können keine neuen 20- und 50-Franken-Notenscheine lesen: Die Billettautomaten an den ­Zwischenhaltestellen auf der Strecke Rorschach–Heiden sind grösstenteils über 20 Jahre alt. Ein neuer Ansatz könnte bereits nächstes Jahr Abhilfe schaffen: Tickets sollen in Zukunft auf diesem Streckenabschnitt direkt im Zug gekauft werden.

«Eine Umrüstung dieser alten Billettautomaten ist nicht möglich und eine Neuanschaffung würde 50 000 Franken pro Stück kosten», sagt Sabrina Huber, stellvertretende Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen. «Man muss die Sinnhaftigkeit einer ­Erneuerung der Automaten an Zwischenhaltestellen mit nur ­wenigen Ticketkäufen in Frage stellen. Deshalb möchten wir nach umfassender Testung eine Variante mit Billettautomaten versuchen, die sich in den Fahrzeugen selbst befinden.

An den Haltestellen See­bleiche, Sandbüchel, Wartensee, Wienacht-Tobel und Schwendi bei Heiden würden dann keine Ticketautomaten mehr benötigt. Die Haltestellen Rorschach, Rorschach Hafen und Heiden, die hohe Frequenzen im Billettkauf haben, werden auch weiterhin Billettautomaten führen. «Die Strecke Rorschach–Heiden bietet sich sehr gut für den zuginternen Kauf von Billetts an, da auf dieser touristischen Linie viele Fahrgäste bereits ein Rundfahrtenbillett besitzen. Pendler verfügen ohnehin über ein Strecken-Abo.»

Grosse Kostenersparnis

Ein Billettautomat direkt in der Bahn kostet nach Angaben von Huber samt Installationsarbeiten 25 000 Franken – die Hälfte, verglichen mit der Neuanschaffung eines stationären Automaten. Vorgesehen ist, bis Jahresende die Evaluierungs- und Testphase abzuschliessen. «Unser Ziel ist, 2018 das neue Angebot einzu­setzen», sagt Huber. Damit ­könnten die fünf stationären ­Billettautomaten, von denen drei ausser Betrieb genommen werden müssen, durch einen ­einzigen zuginternen Billett­automaten ersetzt werden. Die zwei verbleibenden Billettautomaten könnten an anderer Stelle eingesetzt werden. «Dies ist eine sehr kostengünstige Variante», stellt Huber klar.

Billett-Apps werden Zukunft sein

Erstmals getestet wurde die Tauglichkeit der Billettauto­maten in der Bahn vergangenes Jahr auf der Strecke Altstätten–Gais. Die Haltestellen-Automaten wurden ausser Betrieb gesetzt, um im Zug einen Prototyp der bahninternen Ticketautomaten sieben Monate lang zu überprüfen.

Grund für die längere Probephase war die Steilheit der Strecke, die technisch herausfordernd war, sowie anfängliche Probleme mit dem Münzkanal. Der holländische Prototyp, der auf Euro-Münzen und nicht auf Schweizer Franken ausgerichtet ist, musste erst umgestellt werden. «Nach ausgiebigen Tests funktionieren die neuen Billettautomaten heute sehr gut», sagt Huber.

Die standortfesten Ticketautomaten zwischen Altstätten und Gais wurden deshalb durch je einen Automaten in zwei Fahrzeugen der Appenzeller Bahn ersetzt. Die alten Ticketautomaten an den Zwischenhaltestellen sind zwar noch vor Ort, jedoch nicht mehr in Betrieb, und werden im Herbst demontiert. Nur der Automat an der Haltestelle «Alter Zoll» soll für Ticketkäufe der Schlittelzugfahrten im Winter bleiben.

Zukünftig wird der Billettkauf immer mehr über Smartphone und Co. laufen. «Ticket-Apps wie Fairtiq oder Ostwind werden die Zukunft des Billettkaufs sein», sagt Huber mit Überzeugung.

Hinweis

Apps für Ticketkauf: www.fairtiq.ch, www.ostwind.ch/apps und www.micro.sbb.ch/mobile