THEATERGRUPPE: Theater so vielseitig wie die Stadt selbst

Das Schlofftheater aus Rorschach probt an einem Stück über seine Heimatstadt. Die Schauspieler aus verschiedenen Ländern verkörpern das vielfältige Stadtleben Rorschachs.

Alain Rutishauser
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Die Schauspieler des Schlofftheaters aus Rorschach versuchen sich während einer Probe im Malen. (Bild: Alain Rutishauser)

Die Schauspieler des Schlofftheaters aus Rorschach versuchen sich während einer Probe im Malen. (Bild: Alain Rutishauser)

Im Proberaum an der Dufour-strasse in Rorschach reiht sich ein Requisit an das andere. Ein Gummiboot, eine grellfarbige Plüschente, eine Malstaffelei, eine Sitzbank, wie man sie am Hafen in Rorschach antrifft, und ein alter Abfallkübel aus Stahl stehen im Raum. Eine kleine Gruppe Hobbyschauspieler des Schlofftheaters aus Rorschach probt derzeit das Theaterstück mit dem Titel «Welt in Rorschach 2: Der Test». «Wir führten vor zwei Jahren bereits ein solches Stück durch», sagt Beatrice Mock, die Regisseurin. «Die Handlung ist aber eine andere.» Lediglich zur Wiedererkennung wählte man diesen Namen. Ausserdem sei rund die Hälfte der Schauspieler aus dem ersten Stück auch dieses Mal wieder dabei. «Manche kannten sich bereits», erklärt Mock. «Andere mussten sich erst integrieren.» Doch mittlerweile sei die Gruppe zusammengewachsen und habe sich kennen gelernt. Im Stück geht es um eine Frau, die eine folgenschwere Diagnose vom Arzt mitgeteilt bekommt. Sie beschliesst darum, ihr Leben umzukrempeln und ihrem Traum, dem Malen, nachzugehen. Am Hafen in Rorschach organisiert sie eine Veranstaltung, bei der jeder eingeladen ist, mitzumalen und sein Talent auszuleben. Die Zuschauer sitzen dabei auf dem Bodensee und sehen den Rorschacher Hafen vor sich.

Die Proben seien oft eine Herausforderung. «Wir alle arbeiten. Es ist schwierig, Termine zu finden, an denen alle kommen können», verrät Mock. «Wir sind gezwungen, die Szenen manchmal nur mit der Hälfte der Leute zu proben.» Dadurch seien die Schauspieler auch verschieden weit vom Übungsstand her.

Acht Nationalitäten, ein Theaterstück

Eine weitere Herausforderung sei die Sprache. «Wir sind acht Nationalitäten, die am Stück arbeiten», sagt Mock. Neben Leuten aus dem Kosovo, aus Ungarn oder Portugal kann das Theater sogar mit einer Besetzung aus Tibet aufwarten. «Natürlich gibt es da ab und zu auch Missverständnisse.» Die vielen Nationalitäten seien vor allem aber ein Vorteil für das Theaterstück. «In der Geschichte wird beispielsweise Afghanisch und Tibetisch gesprochen», erklärt Mock. «Dadurch ist das Stück so vielseitig wie die Stadt Rorschach selbst.»

Passend zum Thema des Stücks stellt die Künstlerin Seil Yildiz jeweils vor den Aufführungen ihre Bilder aus.

Alain Rutishauser

alain.rutishauser@tagblatt.ch

Hinweis

Aufführungen: 11. und 12. März, Waisenhausstrasse 3, Rorschach; 26. März, Grossackerstrasse 3, St. Gallen