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THEATER: Zur Abstimmung: So sah das Theater St.Gallen aus, als es noch am Bohl stand

Im Kanton St.Gallen tobt der Abstimmungskampf um die Frage, ob das Theater nach 50 Jahren saniert werden soll. Der Vorgänger des heutigen Gebäudes wurde ebenfalls nach 50 Jahren saniert - und 1971 abgebrochen, worauf am Bohl 20 Jahre lang eine Lücke klaffte. Ein Rückblick.
Reto Voneschen
Das Stadttheater am Bohl im ursprünglichen Zustand von 1857. Der Umbau von 1907 veränderte das Äussere dann stark. (Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Das Stadttheater am Bohl im ursprünglichen Zustand von 1857. Der Umbau von 1907 veränderte das Äussere dann stark. (Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Dieser Artikel ist am 12. Juli 2007 im Stadtbund des "St.Galler Tagblatts" erschienen. Am 4. März stimmt der Kanton St.Gallen über die Erneuerung und den Umbau des Theaters St.Gallen ab. Aus aktuellem Anlass haben wir den Text aus unserem Archiv geholt und aufgefrischt.

An dem Ort, an dem heute bei McDonald's die Hamburger braten, stand von 1857 bis 1971 das erste St.Galler Stadttheater. Zuvor, von 1801 bis 1856, hatte eine Remise des ehemaligen Klosters als städtisches Theater gedient.

Der Zuschauerraum des alten Stadttheaters (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Der Balettsaal im Jahr 1968. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Das alter Theater im Ursprungszustand. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Der Bohl mit dem alten Theater (rechts) 1886. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Das alter Theater im Ursprungszustand. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Das alte Stadttheater im ursprünglichen Zustand 1857. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Der Bohl vom Brühltor her um 1900. Links ist das Waaghaus von hinten zu erkennen, rechts ein Wohnhaus und das Stadttheater. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Der Bohl vom Marktplatz her um 1800. In der Mitte das Waaghaus, links der «Nothenstein» (heute Sitz der gleichnamigen Bank) und das Zeughaus. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Das Theater nach der Sanierung und Erweiterung um 1920. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Blick auf die Stadt St.Gallen mit dem alten Theater in der unteren rechten Ecke. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Das alte Stadttheater am Bohl in den 1930er-Jahren. 1928/29 wurde es äusserlich umfassend renoviert und dabei auch "modernisiert". (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Innenaufnahme aus dem alten Stadttheater kurz vor der Schliessung 1968. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Blick vom Bühnenportal in den Zuschauerraum. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Die wassergefüllte Baugrube, auch "Swimmingbohl" genannt, nach Abbruch des Theaters. (Bild: Regina Kühne)
Der Bau des heutigen Theaters im Stadtpark. (Bild: Karl Künzler (Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen))
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Kunklers Theater-Bau am Bohl

Der Theaterbau am Bohl hatte eine längere Vorgeschichte. 1835 gelang es der «Theater-Actien-Gesellschaft», den ersten Pachtvertrag für die Klosterremise um zwanzig Jahre zu verlängern. Ab etwa 1850 drängte die Frage eines Theater-Neubaus für die aufstrebende Stadt in den Vordergrund. Architekt Johann Christoph Kunkler, der den Auftrag zur Erneuerung von St.Laurenzen erhalten hatte, sollte nach einem Bauplatz Ausschau halten. Resultat war eine Aufstellung mit 14 Möglichkeiten für den Theaterbau. Ab 1853 rückte ein Bauplatz am Bohl in den Vordergrund. Es war der ehemalige Klostergarten von St. Katharinen, auf dem das Zeughaus stand. Das Grundstück konnte 1854 gekauft werden.

Parallel zur Frage des Bauplatzes wurde ein Bauprojekt entwickelt. Die St.Galler holten sich dazu Rat von auswärts. Der Basler Historiker Jacob Burkhardt steuerte etwa den Logenplan des Basler Aktientheaters bei und riet, sich das neue Theater von Bellinzona zum Vorbild zu nehmen. Was aber nicht ging, weil den Gallusstädtern ein grösseres Theater vorschwebte. Schliesslich wurde Kunkler mit der Planung des Neubaus beauftragt. Er wurde am 5. November 1857 «als schönstes Theater der Schweiz» mit einer Aufführung des Don Giovanni eröffnet.

Das Stadttheater am Bohl im ursprünglichen Zustand von 1857. Der Umbau von 1907 veränderte das Äussere dann stark. (Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Das Stadttheater am Bohl im ursprünglichen Zustand von 1857. Der Umbau von 1907 veränderte das Äussere dann stark. (Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Auf das fünfzigste Jubiläum hin wurde das Theater am Bohl (der von 1866 bis 1968 Theater- oder Hechtplatz hiess) umfassend renoviert. Um mehr Platz zu gewinnen, gabs links und rechts Anbauten, die den Charakter des Gebäudes veränderten. Vor 1907 tritt die Eingangspartie des Theaters kantig gegen den Bohl hin in Erscheinung. Diese klaren Konturen wurden durch die nach vorne halbrunden Anbauten und den Dachaufbau etwas verwischt.

Das Theater nach der Sanierung und Erweiterung um 1920. (Sammlung Reto Voneschen)

Das Theater nach der Sanierung und Erweiterung um 1920. (Sammlung Reto Voneschen)

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Theatergebäude mehrfach «modernisiert». Letzte Spielzeit im alten Haus war 1967/68, bevor das Theater im Stadtpark den Betrieb aufnahm. Abgebrochen wurde das alte Theater ab 24. Mai 1971. Die Baulücke wurde zuerst als Parkplatz genutzt. Dann wurde eine Baugrube ausgehoben, in der nichts gebaut wurde und die sich langsam mit Wasser füllte. Erst 20 Jahre nach dem Theater-Abbruch, im November 1991, wurde der neue Markt am Bohl eröffnet.

Die wassergefüllte Baugrube oder "Swimmingbohl" am 28. Juni 1988. (Regina Kühne)

Die wassergefüllte Baugrube oder "Swimmingbohl" am 28. Juni 1988. (Regina Kühne)

Blick in den Zuschauerraum des alten Theaters von Johann Christoph Kunkler. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Blick in den Zuschauerraum des alten Theaters von Johann Christoph Kunkler. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

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