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Theater aus dem Märlibuch

Im Oktober findet die Premiere von «Zwerg Nase» statt. Das Märchentheater Rorschach gestaltet mit Feuereifer das Bühnenbild. Hauptelement wird ein übergrosses Märchenbuch sein.
Ursina Ghilardi
Märchentheater-Frauen an der Arbeit: Ariane Thür Wenger, Raffaela Fluri, Christine Musits und Cornelia Truninger (von links). (Bild: Ursina Ghilardi)

Märchentheater-Frauen an der Arbeit: Ariane Thür Wenger, Raffaela Fluri, Christine Musits und Cornelia Truninger (von links). (Bild: Ursina Ghilardi)

RORSCHACH. Eine Küche mit offenem Herd, zum trocknen aufgehängten Kräutern und glänzenden Töpfen in allen Grössen. Daneben eine herrschaftliche Treppe, die unter einem Kronleuchter hindurch zu weiteren Gemächern führt. So sieht eine der überdimensionalen Märchenbuchseiten aus, die dem Märchentheater Rorschach als Kulisse für die Märchenaufführung «Zwerg Nase» dienen werden.

Vor den zwei mal drei Meter hohen, mit Neocolor bemalten Platten stehen drei Frauen und diskutieren miteinander. «Wir müssen hinter dem Aufzug mehr Tiefe reinbringen», sagt eine von ihnen. Zusammen malen sie an diesem Morgen an der Küche einer Herzogin, bei der Zwerg Nase arbeiten wird. Der einst hübsche Junge wurde von einer Kräuterhexe zu einem hässlichen Zwerg verzaubert. Ein ähnliches Schicksal teilt die Gans Mimi, die ohne seine Hilfe fast im Backofen gelandet wäre.

«Immer wieder ein Wagnis»

Werden sich die beiden vom bösen Zauber befreien können? Der Auflösung dieser Frage werden im Oktober und November kleine und grosse Theaterfreunde gebannt lauschen. Zuvor muss das Theaterteam jedoch noch Kostüme, Requisiten und Bühnenbilder fertig schneidern, malen, sägen und hämmern. «Wir liegen gut im Zeitrahmen» sagt Cornelia Truniger und lobt die professionelle Organisation der Regisseurin Christa Furrer. Cornelia Truniger ist seit etwa zehn Jahren beim Märchentheater dabei. «Bis jetzt hat immer alles geklappt, das ist beruhigend», sagt sie. «Trotzdem ist es immer wieder ein Wagnis und ein <learning by doing>», wirft ihre Kollegin Ariane Thür Wenger ein. «Mit diesen Depafit-Platten, einer Art beschichtetem Karton, haben wir zum Beispiel noch nie gearbeitet.»

Herausfordernde Tournée

Nach der Premiere im Stadthof Rorschach sind zudem Aufführungen in Appenzell, Heiden, Degersheim, Widnau und Altstätten geplant. «Es ist eine Herausforderung, ein Bühnenbild so zu gestaltet, dass es im Stadthof nicht zu klein wirkt und im Kursaal Heiden trotzdem Platz hat», sagt Ariane Thür Wenger.

Eine weitere Herausforderung sei die Tontechnik, um die sich Thomas Kuster kümmert. Dieses Jahr werden Mikrophone direkt in die Kulisse eingebaut und der Ton über Boxen im Rahmen des Märchenbuchs verstärkt, «eine Art Hörbuch also», wie Thomas Kuster sagt. Ausserdem sei vorgesehen, dass die Schauspieler und Requisiten direkt den Buchseiten entspringen. «Vorbild waren Kinderbücher mit Pop-Up-Elementen», erklärt Ariane Thür Wenger. Wie die anderen Bühnenbildnerinnen wird auch sie im Oktober auf der Bühne stehen. «Wir haben fast alle eine Doppelfunktion.»

Neuer Raum gesucht

Das Märchentheater Rorschach besteht seit 30 Jahren und ist eine Non-Profit-Gruppe, die sich Jahr für Jahr neu formiert. Damit das Märchentheater auch in Zukunft viele Augen zum Glänzen bringen kann, muss es aber einen neuen Raum finden, denn der bisherige im Gebiet Wiesental wird bald abgebrochen werden. «Die Höhe des neuen Raumes müsste aber mindestens drei Meter betragen», sagt Ariane Thür Wenger.

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