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THE END: Kino Corso wird abgebrochen

Lange war unklar, wie es mit dem Kino Corso weitergeht. Nun steht fest: Das Corso wird abgebrochen. Im ersten Stock sollen Büros entstehen, im Erdgeschoss ein neues Restaurant.
Nina Rudnicki
Die Tage des Kinos Corso sind endgültig gezählt. Das Gebäude an der Brühlgasse wird umfassend umgebaut. (Bilder: Michel Canonica)

Die Tage des Kinos Corso sind endgültig gezählt. Das Gebäude an der Brühlgasse wird umfassend umgebaut. (Bilder: Michel Canonica)

Nina Rudnicki

stadtredaktion@tagblatt.ch

Die Fassade ist verwittert, die Buchstaben «Kino Corso» sind abgesplittert. Seit fünf Jahren steht das Kino an der Brühlgasse bereits leer. Immer wieder gab es Gerüchte und auch konkrete Pläne, die darauf hoffen liessen, dass das «Corso» für kulturelle Projekte oder wieder wie seinerzeit als Kino genutzt werden könnte. Nun ist klar, wie es mit dem Kino weitergeht: Es wird abgebrochen. Die Immo-W AG, der das Gebäude an der Brühlgasse 37 gehört, hat das entsprechende Baugesuch eingereicht. Der Kinosaal soll zu Büroräumen umgebaut werden, die Fassade Fenster bekommen, die Arkaden geschlossen und mehr Platz für das Restaurant im Erdgeschoss geschaffen sowie das Gartenrestaurant neugestaltet werden. Iso Senn, Verwaltungsrat der Immobilienfirma, hofft im Herbst dieses Jahres mit den Umbauarbeiten beginnen zu können. Die Firma hatte das Gebäude 2012 gekauft. Ein Jahr später übernahm sie zudem das ehemalige Restaurant Boccalino, das direkt an das «Corso» angrenzt.

Vision vom Kino aufgegeben

Anfangs hatte Senn den Traum, in dem Gebäude ein Kino weiterzuführen. «Diese Pläne musste ich aber aufgeben. Es hätte sich finanziell nicht gerechnet, und der Umbau wäre zu teuer und zu aufwändig gewesen», sagt er. Ausserdem hätte dieses Vorhaben vermutlich einen Rechtsstreit mit der ehemaligen Kinobesitzerin, der Kitag, nach sich gezogen. Diese hatte beim Verkauf an Senn in einer Konkurrenzklausel festgehalten, dass in der Liegenschaft nicht erneut ein Kino eröffnet werden darf. Das «Corso» war dennoch hin und wieder als Kino zwischengenutzt worden. Im Jahr 2013 hatte sich etwa der St.Galler Filmemacher Denis Ledergerber eingemietet, um «Himmelfahrtskommando» vorzuführen. Die Kitag hatte seinen in der Ostschweiz gedrehten Spielfilm nicht ins Programm aufgenommen.

Auch 2014 gab es für Kinofans Grund zur Hoffnung: Die Zürcher Neugass Kino AG, welcher die Studiokinos Riffraff und Houdini in Zürich sowie das Bourbaki in Luzern gehören, war am «Corso» interessiert. Das Unternehmen hatte eine Machbarkeitsstudie für ein neues St.Galler Studiokino mit acht Kinosälen und einer Bar in Auftrag gegeben. Die Pläne wurden aber nicht weiterverfolgt. Das Kino an der Brühlgasse blieb Geschichte.

Hell und lichtdurchflutet

Betrieben wurde das «Corso» während 50 Jahren. Es eröffnete 1962 in dem neuen Wohn- und Geschäftshaus des St.Galler Architekten Willy Schuchter. Für den Neubau wurde 1960 das Speiserestaurant Harfe abgebrochen, ein Wirtshaus mit Saalanbau. Über das neue Kino hiess es in der Ausgabe des St.Galler Tagblatt vom 8. Februar 1962, der Name «Corso» sei etwas gar kosmopolitisch geraten, ansonsten füge sich der Neubau aber gut ins bestehende Baubild. Mitte der 1970er-Jahre übernahm das «Corso» Franz Anton Brüni, der über Jahre hinweg alleinige Kinobetreiber von St.Gallen. 2006 verkaufte er all seine Kinos, darunter das Multiplex Cinedom, das Rex, Scala, Storchen und Corso an die Kitag. Diese hat wegen zurückgehender Zuschauerzahlen nebst dem «Corso» im vergangenen Jahr nun auch das «Storchen» geschlossen.

Zumindest im «Corso» soll nun wieder Leben einkehren, wenn auch in anderer Form als zu Kinozeiten. «Es war schon immer mein Ziel, dass das Gebäude an der Brühlgasse 37 weiterhin öffentlich genutzt werden kann», sagt Iso Senn. Mit dem neuen Restaurant im Erdgeschoss sei das gegeben. Senn: «Alles wird hell und lichtdurchflutet gestaltet. Von der Strasse kann man in die Küche schauen, der Speisesaal ist offen gestaltet, und es gibt eine ausladende Weintheke.»

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