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TEUFEN: Scheitern und neu beginnen

Das neue Projekt des Filmemachers Thomas Lüchinger erzählt die Geschichte von vier Personen, die eine Krise als Chance sehen. Noch fehlt eine Protagonistin.
Simon Roth
Thomas Lüchinger und Samuel Kellenberger im Studio mit Hündin Cleopatra. (Bild: Simon Roth)

Thomas Lüchinger und Samuel Kellenberger im Studio mit Hündin Cleopatra. (Bild: Simon Roth)

Simon Roth

redaktiongo@tagblatt.ch

Manche Projekte schlummern lange vor sich hin, bevor sie aus dem Tiefschlaf erwachen. Bei Thomas Lüchinger dauerte es über 25 Jahre. Seit er vor über einem Vierteljahrhundert ein mehrstündiges Interview mit dem US-amerikanischen Mythenforscher Joseph Campbell gesehen hat, gärt das Motiv der Heldenreise im Kopf des preisgekrönten Filmemachers aus Lustmühle. Campbell hatte beim Lesen von Mythen beobachtet, dass sie alle auf demselben Muster basieren: «Alle Helden folgen einem Ruf; sie verlassen ihr bekanntes Umfeld und machen sich auf dem Weg», sagt Tomas Lüchinger. Im Dokumentarfilm mit dem Arbeitstitel «Wanderer im Traum der Welt» will Lüchinger die Geschichten vier unterschiedlicher Personen zeigen, die eine Lebenskrise zum Anlass für einen Neubeginn genommen haben.

Bis jetzt können der Filmemacher und Schnittassistent Samuel Kellenberger nur Probeaufnahmen zeigen. «Die eigentlichen Aufnahmen haben noch nicht begonnen», sagt Lüchinger. Und doch besitzen die Aufnahmen eine klare Handschrift. Die Kameraeinstellungen sind ruhig, die Farben satt. Die Schnitte sind nicht zu schnell gesetzt. Auch auf die Geräuschkulisse und eine angenehme Klangfarbe haben die beiden geachtet. Jetzt geht das Projekt in die heisse Phase. «Doch zuerst muss die Finanzierung sichergestellt sein», sagt Lüchinger. Anträge auf Fördergelder seien bereits gestellt.

Visionssuche in der Wüste

Ein Protagonist des vorherigen Projekts «Being There – da sein» rief Thomas Lüchinger das Motiv der Heldenreise wieder in Erinnerung. Dabei handelt es sich um eine drogenabhängige Person, die zwecks einer Visionssuche in die Wüste geführt wird. «Dort ist man ganz auf sich gestellt und kann den eigenen Dämonen nicht ausweichen», sagt Lüchinger. Die Geschichte hat grossen Eindruck auf ihn gemacht. Ausgehend davon hat er sich auf die Suche nach weiteren Personen gemacht, die eine Heldenreise durchgemacht haben.

Bei der Auswahl der Personen für seinen Dokumentarfilm legt Lüchinger Wert auf die Durchmischung: Zwei Frauen und zwei Männer sind dabei. Auch das Alter unterscheidet die Protagonisten. Aviva Gold ist Therapeutin aus den Vereinigten Staaten. Die 78-Jährige wurde früh von ihrem Mann – einem Arzt – mit den drei Kindern alleine gelassen. Heute führt sie Menschen in Kursen durch das Malen von Bildern auf eine Heldenreise. «Ihr Leben ist ein sehr inspirierendes Beispiel», sagt Lüchinger. Alexander Lauterwasser führt am Bodensee eine Entzugsklinik für Jugendliche. Der 65-Jährige zeigt ihnen, dass Scheitern zum Leben gehört. Markus Pan ist Permakultur-Gärtner und bringt das Thema Interessierten näher.

«Alle diese Personen haben eine Lebenskrise überstanden und sich dadurch selbst geheilt. Diese Energie bringen sie in die Gesellschaft zurück», sagt Lüchinger. Eine Protagonistin fehlt aber noch. Eigentlich möchte er die Geschichte einer jungen Kurdin, die geflüchtet ist und jetzt mit Flüchtlingen an einem Theaterprojekt arbeitet, erzählen. «Ob es klappt, wissen wir noch nicht.» Deshalb ist er dankbar um Hinweise zu einer jungen Frau, die eine Krise als Chance sieht, um ihr Leben zu verändern.

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