Teilzonenplan mit Einschränkungen, um Ausnützungsziffer zu optimieren

GOLDACH. Der Gemeinderat hat den Teilzonenplan Blumenstrasse und den Überbauungsplan Blumenstrasse mit besonderen Vorschriften erlassen. Die Pläne liegen noch bis 28. April im Rathaus öffentlich auf.

Rudolf Hirtl
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Um die bauliche Struktur zu erhalten, setzt der Gemeinderat auf eine eingeschränkte Kernzone an der Blumenstrasse; gelb das Haus 18. (Bild: Rudolf Hirtl)

Um die bauliche Struktur zu erhalten, setzt der Gemeinderat auf eine eingeschränkte Kernzone an der Blumenstrasse; gelb das Haus 18. (Bild: Rudolf Hirtl)

Ausnützungsziffer, Überbauungsziffer, Baumassenziffer – das Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht ist voller komplizierter Reglemente, die den Hochbau in geordnete Bahnen lenken sollen. Insbesondere die antiquierte Ausnützungsziffer sorgt nicht selten für abstruse Situationen. Kein Wunder also, befasst sich der Kantonsrat St. Gallen aktuell mit der Vereinfachung der Berechnung oder der gänzlichen Abschaffung dieses «Ziffern»-Salates.

Änderung mit Einschränkung

Wenigstens haben Gemeinden im Rahmen des Baugesetzes noch etwas Spielraum, um bei besonders einengenden Situationen reagieren zu können. Für erhaltungswürdige Altstadtgebiete und Dorfkerne können beispielsweise besondere Vorschriften erlassen werden. In Goldach möchte der Gemeinderat die bauliche Struktur an der Blumenstrasse (Bereich Einlenker Löwenstrasse) erhalten, weshalb er in Anwendung des kantonalen Baugesetzes den Teilzonenplan Blumenstrasse und den Überbauungsplan Blumenstrasse mit besonderen Vorschriften erlassen hat. Der Teilzonenplan sieht vor, dass das Gebiet zwischen Blumenstrasse und Breitenweg (vorderer Bereich bis Höhe Migros) von der Wohn- und Gewerbezone (W3) in die Kernzone (W4)geändert wird. Der parallel dazu erlassene Überbauungsplan schränkt die Kernzone mit dem Ziel ein, die Struktur zu erhalten, die innere Verdichtung zu fördern und die Grundeigentümer gleich zu behandeln.

Abbruch von Haus verhindern

Ausschlaggebend für den Erlass des Gemeinderates ist das bewilligte und bereits im Bau befindliche Mehrfamilienhaus mit Gewerbeanteil am Breitenweg. Um eine sinnvolle Nutzung für diesen Neubau zu erhalten, wollte der Bauherr das ebenfalls ihm gehörende, unmittelbar davor stehende Haus 18 an der Blumenstrasse (ehemals Schlosserei Züllig) abbrechen. Weil die Nutzung dieses Hauses jedoch in jene des Mehrfamilienhauses übergegangen wäre, hätte dort kein neues Haus mehr gebaut werden dürfen. Die Folge wäre eine «hässliche Lücke» mitten im Dorf. Um dies zu verhindern, hat der Gemeinderat in Absprache mit den Grundeigentümern besondere Vorschriften erlassen. Bei den betroffenen, bestehenden Häusern an der Blumenstrasse wird der Grenzabstand von sechs auf drei Meter verkleinert; Erweiterungen sind so möglich. Die maximale Gebäudehöhe wird trotz Kernzone auf 10 statt 12,5 Metern belassen (auch beim Neubau). Ausserdem sind für alle maximal drei Vollgeschosse möglich.

Als Bonus mehr Nutzung

Als Bonus für diese Einschränkungen ist dafür neu die Ausnützungsziffer markant besser, was zur Folge hat, dass das Haus 18 nicht abgebrochen werden muss, oder dort ein neues gebaut werden kann. Dies allerdings nur dann, wenn keine Einsprachen eingehen und die beiden Erlasse rechtskräftig werden.

Der markierte Bereich zwischen Blumenstrasse (grün) und Breitenweg (blau) ist neu Kernzone statt Wohn- und Gewerbezone. (Bild: Goldach online)

Der markierte Bereich zwischen Blumenstrasse (grün) und Breitenweg (blau) ist neu Kernzone statt Wohn- und Gewerbezone. (Bild: Goldach online)