Tausend wählten Sutter

Erwin Sutter hat seine Kandidatur für den Stadtrat im Juli zurückgezogen. Trotzdem erhielt er am Wahlsonntag 1316 Stimmen. Sutter vermutet viele Sympathiestimmen, aber nicht nur.

Rafael Rohner
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Erwin Sutter (Flig). (Bild: pd)

Erwin Sutter (Flig). (Bild: pd)

GOSSAU. Er ist zwar nicht in den Stadtrat gewählt worden. Dennoch ist Erwin Sutter irgendwie Wahlsieger. Von 11 834 gültigen Stimmen konnte er 1316 auf sich vereinen. Und das, ohne zu kandidieren. Das gute Resultat hat nicht zuletzt Erwin Sutter selbst überrascht. «Mit so vielen Stimmen habe ich nicht gerechnet», sagt er.

«Ich bereue den Rückzug nicht»

Sutter hatte im Mai seine Kandidatur für den Stadtrat bekanntgegeben, diese dann im Juli aber wieder zurückgezogen. Weil die Kandidatur schon eingereicht war, blieb sein Name auf den Wahlzetteln. Eine allfällige Wahl in den Stadtrat hätte Sutter nicht angenommen. Seinen Rückzug bereut er auch heute nicht, zwei Tage nach Bekanntgabe des guten Resultats. «Der Stadtrat ist sehr gut besetzt», sagt Sutter. Bruno Damann wie auch Stefan Lenherr seien gute Stadträte. «Die Zusammensetzung stimmt so.» Gemessen an den Resultaten wäre für Sutter am ehesten Stefan Lenherr in Reichweite gewesen. Auch er erzielte mit 3083 Stimmen aber ein gutes Resultat. «Stefan Lenherr hätte ich keinesfalls aus dem Amt drängen wollen», sagt Sutter. «Das ist ein Schaffer.» Er habe ihn bereits im Wahlkampf unterstützt. Über die Gründe für die vielen Stimmen kann Sutter nur spekulieren: «Es sind wohl viele Sympathiestimmen von Leuten darunter, die mich kennen.» Er vermutet zudem, dass viele der Flig die Stimme geben wollten und nicht der CVP.

Stimmen von Sonntagswählern

Überrascht über die vielen Stimmen für Sutter ist auch CVP-Parteipräsident Stefan Häseli. Auch er könne nur vermuten, warum Sutter mehr als tausend Stimmen gemacht habe. Proteststimmen seien es wohl nicht gewesen, sagt Häseli. «Die legen üblicherweise leer ein.» Vielmehr hätten wohl einige kurz entschlossene Wähler nicht mehr daran gedacht, dass Sutter seine Kandidatur zurückgezogen habe. Darauf deute der Verlauf der Wahlbeteiligung hin. Viele hätten noch am Samstag oder Sonntag abgestimmt.

Ein Indiz für diese These ist, dass Sutter für das Parlament ähnlich viele Stimmen erzielte, wie für den Stadtrat. Er wurde mit 1379 Stimmen gewählt. Freude am guten Abschneiden Sutters hat Flig-Präsident Stefan Harder. Die Stimmen seien nach dem Sitzverlust im Parlament doch noch eine Anerkennung für die Arbeit der Flig.