Tatort Waschküche

Das Schweizer Zwei-Frauen-Theater Tulpirella spielte auf Einladung von KIE in der Alten Turnhalle Engelburg. Fürs Publikum gab es viel zu lachen.

Daniela S. Hermann
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Klatsch und Tratsch in der Waschküche mit dem Duo Tulpirella. (Bild: Robert Scherrer)

Klatsch und Tratsch in der Waschküche mit dem Duo Tulpirella. (Bild: Robert Scherrer)

ENGELBURG. Tatort: Waschküche. Zeit: Samstagabend. Motiv: Buntwäsche 60 Grad. Letzteres stimmt allerdings nicht ganz. Wo andere nur die Wäsche waschen, treffen sich Fanny Vogel (Angelika Binz) und Ida Frei (Sonja Plüss), und verwandeln den Ort in einen Raum, in dem alles möglich ist. Singend, tanzend, hemmungslos parodierend, grenzenlos belustigt erzählen sie das Alltagsgeschehen in ihrem Wohnblock. Die Waschküche wird zur Gerüchteküche.

Todesengel und verrückte Kuh

Die alleinstehende, mit einer ausgestopften Katze lebende Fanny träumt vom Meer und einem Geliebten namens Fernando, die Intellektuelle Ida liebt Ruhe und lästert genüsslich über ihren Ex-Mann. Fanny kann die Maschine bedienen – was Ida nicht kann – und lässt dabei manchen Zwanziger mitgehen. Den gemeinsamen Samstagabend in der Waschküche möchten sie nicht missen, auch wenn manchmal gestritten wird. Einig sind sich die Frauen nur, wenn es um ihre Mitbewohner geht: Hauswart Frank Sonderegger, der keine Abfallsäcke leiden kann, Dr. Jelisaveta Ruslanova aus Wladiwostok, die künstliche Befruchtung bei Tieren oder Menschen durchführt, Altenpfleger und Todesengel Viktor Vogel mit seiner fauchenden Freundin Susanne und die Inderin Kananda Chandra, welche in ihrem Wohnzimmer die heilige «Mad Cow» Mahatma beherbergt. Alle Rollen im «Lifting», wie das neue Programm von Tulpirella heisst, spielen die zwei Schauspielerinnen mit beneidenswerter Leichtigkeit: Von Rap bis zum Schlager singen sie sich erfolgreich durch, mischen deutsche und englische Sprache, wobei ihnen ein aus Seifenkisten gebauter Kontrabass als Begleitinstrument reicht.

Ein Tee bringt Ruhe

Den Titel fürs Programm lieferte der veraltete Drei-Personen-Lift, der schon längst ein «Lifting» braucht, aber trotzdem seine Aufgabe erfüllt. Ohne ihn wäre das Leben im Haus wirklich schwer, vor allem wenn fünf Mieter und eine Kuh darin stecken. Das Spiel im Spiel beginnt erst richtig, als Ida keine Zwanziger mehr hat und ein böser Streit buchstäblich explodiert. Entflammt werfen die beiden Frauen sich alles vor, was die eine möchte und die andere hat. Ein Tee bringt schliesslich Ruhe in die Waschküche.

Das Publikum in der Alten Turnhalle – darunter auch Gemeindepräsident Andreas Haltinner und 25 Mitglieder der Rotary Sektion Fürstenland – amüsierte sich köstlich und lachte über das clowneske Theater, das laut KIE-Vorstand dank Unterstützung von Migros Kulturprozent nach Engelburg gelangte.