Tanzend in die Feiertage

Während Karwoche und Ostern wird in vielen Bars und Clubs der Region gefeiert und getanzt. Vor wenigen Jahren war das noch anders.

Karin Zimak
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GOSSAU. Auch dieses Jahr ist die Karwoche wieder voll von Veranstaltungen. Und das nicht nur in der Kirche. Seit einigen Jahren schon werden von Gründonnerstag bis zum Ostersonntag spezielle oder weniger spezielle Osterparties veranstaltet. Ob im BBC in Gossau, in der Villa Wahnsinn in St. Gallen oder in weiteren Clubs und Bars in der Stadt und der Region: Überall wird an den «heiligen» Tagen getanzt oder gefeiert.

2000 Schoggihäsli

Das BBC Butterbarcafe beispielsweise bietet auch über die Feiertage täglich ein Programm mit DJs und Schoggihäsli. Von letzterem zieren etwa 400 das Lokal. «Insgesamt wurden 2000 Schoggihasen eingekauft», sagt Rita Bolt, Mediensprecherin des BBC. Und diese seien auch zum Essen da, müssten also nicht nur als Dekoration «herhalten». Und die Rechnung geht auf. «Auch an den Festtagen kommen immer viele Gäste ins BBC», so Rita Bolt. Seit der Eröffnung des BBC beim Gossauer Bahnhof im 2002 werden diese Festtags-Veranstaltungen schon durchgeführt.

Tanzverbote in den Kantonen

Vor einigen Jahren hingegen war es noch gang und gäbe, dass an Ostern nicht in Bars und Clubs gefeiert wurde. Es gab gar Tanzverbote an Feiertagen wie Weihnachten oder während der Ostern. Da dieses Verbot kantonal geregelt ist, gibt es auch heute noch sechs Kantone, die an bestimmten Tagen im Jahr ein Tanzverbot kennen, unter anderem Appenzell Innerrhoden. Im Kanton St. Gallen wurde es im Jahr 2004 abgeschafft. Denn für die Mehrheit der Kantone ist das Verbot nicht mehr zeitgemäss.

Tanzen als Ausdruck von Freude

Die meisten Vertreter der katholischen Kirche fühlen sich von der Tanzerei an Feiertagen nicht gestört. Sepp Koller, Diakon der Paulus Pfarrei in Gossau, sagt, dass es die Freiheit jedes einzelnen sei, ob er an Ostern tanzen gehen möchte. Man freue sich, wenn an den Ostertagen Leute in die Kirche kommen. Aber beides, das Feiern unter Freunden sowie die Feier der Auferstehung Jesu Christi, seien Ausdruck von «Freude am Leben». Heutzutage sei das Christentum in der Schweiz nicht mehr identisch mit der Gesellschaft, sagt Sepp Koller weiter. Deshalb wäre es auch falsch, das Tanzen an den religiösen Feiertagen allen zu verbieten.

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