Tanzen und geniessen

In vielen Häusern der Stadt brennen heute Lichter, und die Türen stehen einladend offen. Aus dem Haldenbüelsaal dringt kurz nach 22 Uhr zudem lüpfige Ländlermusik. Die Trachten- und Volkstanzgruppe Gossau hat ihren Auftritt.

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Die Volkstanzgruppe mit ihren Trachten: Rosmarie Pizzol trägt eine Gotthelf-Tracht (links aussen). (Bild: Rafael Rohner)

Die Volkstanzgruppe mit ihren Trachten: Rosmarie Pizzol trägt eine Gotthelf-Tracht (links aussen). (Bild: Rafael Rohner)

In vielen Häusern der Stadt brennen heute Lichter, und die Türen stehen einladend offen. Aus dem Haldenbüelsaal dringt kurz nach 22 Uhr zudem lüpfige Ländlermusik. Die Trachten- und Volkstanzgruppe Gossau hat ihren Auftritt.

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Der Saal ist zu Beginn allerdings praktisch leer. Dafür wird der Besucher freundlich empfangen. «Es hat noch Platz», ruft jemand aus den Zuschauerreihen. Hier zeigt sich ein anderes Bild als in der Stadtbibliothek, wo während des Auftritts von Slam-Poet Renato Kaiser viele Leute stehen mussten. Die Protagonisten scheint es nicht zu stören. Die Musik geht los, und in Zweierreihe schreiten fünf Paare Richtung Bühne. Oben angekommen, beginnen sie mit einem Tanz namens «Gniesserli». Der Name ist nicht zufällig gewählt. Die Männer fassen ihre Hosenträger mit der einen Hand und nehmen die Frauen an die andere. Die ganze Gruppe dreht sich im Kreis, die Partner wechseln, alle lächeln.

Auffällig sind die verschiedenen Trachten. In einer kurzen Pause erklärt Tanzleiterin Rosmarie Pizzol, woher diese stammen. Solche aus Appenzell sind zu sehen, aus dem Thurgau oder aus St. Gallen. Sie selbst trägt eine Gotthelf-Tracht: einen langen Rock und eine weisse Bluse. Nur eine Tracht fehlt, die Fürstenländer. «Wir sind ein bunter Haufen», sagt Rosmarie Pizzol. Die Mitglieder der Trachten- und Volkstanzgruppe Gossau trügen jeweils ihre Heimattrachten.

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Inzwischen hat sich der Saal etwas gefüllt. Knapp 20 Besucher schauen zu, wie die Gruppe zu Alphorn und Jodel tanzt. Die Bewegungen sind rassiger geworden, ein Mädchen im Publikum lacht vergnügt. Die Frauen heben den Rock etwas, die Männer graben ihre Hände tief in die Hosentaschen und tänzeln rückwärts, dann wechselt die Formation wieder.

Nach der Vorstellung die Frage an Rosmarie Pizzol: Was ist für sie der Reiz an der Arte Notturna? «Es sind die Gegensätze.» Gerade eben habe im Haldenbüelsaal noch die Guggenmusik gespielt.

Rafael Rohner