Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

TANNEHÜSLI: Kita wird zum Politikum

Die Zukunft der Kindertagesstätte in Waldkirch ist noch nicht gesichert. Ob sie fortbestehen wird, hängt von Verhandlungen und letztlich von der Stimmbevölkerung ab.
Katja Blöchlinger

Katja Blöchlinger

redaktiongo

@tagblatt.ch

Mehr staatliche Auflagen, finanzielle Hürden und personelle Turbulenzen, die den ehrenamtlich tätigen Vorstand forderten. So lassen sich die Beweggründe des Tannehüsli-Vorstandes zusammenfassen, die zum Entscheid geführt haben, dass die Kindertagesstätte in Waldkirch nicht mehr in dieser Form fortbestehen kann.

Im Jahr 2009 öffnete die Kita ihre Tore. Zwei Jahre später war bereits die Vollbelegung der zwölf Plätze erreicht, und das Tannehüsli bezog grössere Räume. Im vergangenen Jahr waren jeweils 20 von unterdessen 24 Plätzen in der Kita fix belegt. «Wir sind zu einem KMU gewachsen, haben Lehrlinge ausgebildet und Arbeitsplätze geschaffen», sagt Claudia Dittmer, Co-Präsidentin des Trägervereins an einer Podiumsdiskussion im Pfarreizentrum am Dienstagabend. Die Zeiten seien aber schwierig geworden: Zum einen, weil die finanzielle Unterstützung der Gemeinde in Form einer Defizitübernahme von 40 000 Franken nicht mitgewachsen sei. Zum anderen, weil es zu einem personellen Wechsel in der Krippenleitung gekommen sei, was Unruhe im Betrieb gestiftet habe. «Die neue Leiterin konnte die Ruhe nicht zurückbringen, weshalb sie Ende Februar freigestellt wurde», sagte Dittmer. Angesichts der erstmaligen roten Zahlen 2016 und der personellen Schwierigkeiten sei die Zeit für eine Veränderung gekommen. «Wir suchten nach einer Lösung, um die Kita nicht schliessen zu müssen. Die Fiorino AG hat uns mit ihrem Konzept überzeugt.»

Seit kurzem liegt die Führung der Kita darum bei der Fiorino AG. Die Firma betreibt bereits neun Kitas in der Region. Deren Vizepräsident Jacques Hefti sagte, dass die Fiorino AG schon in ähnlichen Situationen eingesprungen sei. «Personen, die solche Funktionen im Ehrenamt ausüben, stossen irgendwann zeitlich und fachlich an ihre Grenzen.»

Bürger entscheiden über die Zukunft der Kita

In Gesprächen mit dem Vorstand des Tannehüsli und der Gemeinde hätten alle Beteiligten die Karten offen auf den Tisch gelegt, was eine schnelle Übergangslösung ermöglicht habe: «Die Weiterführung der Kita ist bis Ende 2017 gesichert.» Da neue Gelder gesprochen und eine neue Leistungsvereinbarung zwischen der Gemeinde und der Fiorino AG ausgearbeitet werden, ist eine Abstimmung an der Bürgerversammlung nötig, die den Fortbestand der Krippe bei einem negativen Ausgang verunmöglichen würde. «An einer Infoveranstaltung vor der Versammlung wird ein Gutachten zur Krippe sowie die Leistungsvereinbarung der Gemeinde mit der Fiorino AG vorgestellt», erklärte Gemeindepräsident Aurelio Zacchari das weitere Vorgehen.

Claudia Dittmer und Jacques Hefti stellten sich auch den Fragen des Publikums. Während Hefti vor allem Fragen bezüglich Geschäftskultur seiner Firma beantwortete, musste Dittmer das Vorgehen des Trägervereins, der sich jetzt in der Liquidationsphase befindet, verteidigen. Das sei alles sehr schnell gegangen, meinte jemand. Warum habe man den Verein nicht bestehen lassen, bis die Bürgerversammlung entschieden habe und der Fortbestand der Kita gesichert sei? Dittmer erklärte, dass man gezwungen war, schnell zu handeln. Und: «Wir konnten und wollten so nicht weitermachen. Wir haben eine gute Lösung gefunden und hoffen auf eine Weiterführung des Tannehüslis.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.