Tambouren im Höhenflug

Der Tambourenverein Fürstenland Gossau präsentierte vergangenen Sonntag sein Jahreskonzert. Die Musikanten begeisterten ihr Publikum mit originellen Ideen.

Linda Müntener
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Die Tambouren musizieren auch auf ungewöhnlichen Instrumenten. (Bild: Linda Müntener)

Die Tambouren musizieren auch auf ungewöhnlichen Instrumenten. (Bild: Linda Müntener)

GOSSAU. Ihr Blick ist auf den Dirigenten gerichtet, ihre Haltung aufrecht: Die Tambouren des Tambourenvereins Fürstenland Gossau sind bereit und setzen zum ersten Schlag an. Mit dem klassischen Stück «Le Camp» starten sie ihr Jahreskonzert im Fürstenlandsaal in Gossau.

«Koordinierter Lärm»

Erwin Schmid, der durch das Programm führt, begrüsst im Anschluss an das erste Stück das zahlreich erschienene Publikum. Dann folgt «Miraculix», eine Eigenkomposition von Roman Lombriser, dem musikalischen Leiter des Tambourenvereins. Die Zuhörer im Saal sind begeistert, der eine oder andere wippt im Takt mit.

Klassisch geht es mit den Claironisten weiter: Sie geben «Echos Militaires» zum Besten. «Eine Uraufführung», sagt Schmid. 13 Claironisten zählt der Verein zurzeit. Die meisten von ihnen sind erfahrene Musikanten. Nachwuchs für diese Gruppe zu finden sei schwierig, sagt Schmid. Bei den Trommlern hingegen müsse sich der Verein keine Sorgen um den Nachwuchs machen. Neun neue Jungtambouren betreten die Bühne. Schmid stellt die Knaben und Mädchen dem Publikum vor. «Warum hast du bei den Jungtambouren angefangen?», fragt er den einen. «Weil es cool ist, Lärm zu machen», antwortet dieser. Schmid schmunzelt und fügt mit einem Blick ins Publikum hinzu: «Koordinierter Lärm, versteht sich.» Dann zeigen die Neulinge, was sie in den vergangenen Monaten gelernt haben. Die älteren Jungtambouren stellen ihr Können anschliessend in mehreren Stücken unter Beweis. Gekonnt bringen sie Dynamik in ihr Spiel und variieren mit der Lautstärke.

Auf Regentonnen trommeln

Nach der Pause folgt der Showblock. Die Lichter im Saal gehen aus. Nur an den Enden der Holzschlegel leuchten kleine Lämpchen und bringen so ein besonderes Farbenspiel auf die Bühne. Nun erkennt man noch besser, wie präzise und synchron die Musikanten spielen. Auch für die nächsten Stücke hat sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen. Kurzerhand wird die Bühne in eine Baustelle verwandelt und die Tambouren trommeln auf Regentonnen, Blecheimern und Farbtöpfen. Jeder Schlag sitzt – selbst während der einstudierten Choreographie.

Zum Abschluss des Konzerts wird es wieder traditionell. Alle Musikanten präsentieren ein klassisches Stück als Zugabe und beweisen einmal mehr, dass sie Rhythmus, Dynamik und Technik bestens beherrschen.

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